Benedikt Sauter ist ein Tech Entrepreneur, der mit seiner embedded projects GmbH eigentlich ein Hardware Business aufziehen wollte.

Wie so vieles im Leben, führt der unternehmerische Weg jedoch auf verschlungene Pfade.

Mehr über seine Gründerstory, seinen Strategiewechsel und was ihn als Gründer motiviert, erzählt uns Benedikt im Interview.


 

Hallo Benedikt,

es freut mich, dass Du uns an Deinem Werdegang teilhaben lassen willst. Bevor wir einsteigen, erzähl doch mal ein paar Worte zu Dir. Wer bist Du, woher kommst Du und was machst Du?

Ich bin Benedikt von embedded projects. Ich komme ursprünglich aus Augsburg, dort sitzt auch unser Unternehmen. Ich bin leidenschaftlicher Entwickler, sowohl in der Arbeit als auch privat.

Warum bist Du eigentlich Unternehmer geworden? War es eher etwas, dass sich einfach so ergeben hat oder hattest Du eine persönliche Motivation?

Meine Bilanz sind zwei Wochen Festanstellung. Nach meinem Informatik-Studium war ich bei einem weltweit führenden deutschen Elektrotechnik-Unternehmen angestellt. Ich hatte schon immer den Willen, etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Schon während meines Studiums war ich als freier Autor tätig und habe Fachartikel für diverse IT-Magazine geschrieben. Meine Leidenschaft galt den Embedded Systems – das sind Computersysteme, die in Geräte eingebettet Steuerungs-, Überwachungs- oder Regelfunktionen übernehmen. 2008 habe ich den Schritt gewagt und die embedded projects GmbH gegründet.

Du wolltest ja eigentlich mit einem Hardware Startup loslegen. Was war die konkrete Idee und wie bist Du darauf gekommen?

Wir haben Mikrocontroller Platinen produziert und diese über einen eigenen Online-Shop verkauft. Es ging los mit einem Programmieradapter, den ich entwickelt hatte. Der kam richtig gut an. Es gab zu dem Zeitpunkt nur sehr teure Adapter, aber eben keine für den Bastler oder Studenten. Schnell hatten wir einige hundert Bestellungen im Monat.

Hast Du alleine gegründet oder im Team? Alleine oder im Team: Was ist für Dich das ideale Setup zum Start?

Ich habe zusammen mit meiner Frau Claudia gegründet. Ein starkes Team ist für den Erfolg des Unternehmens unerlässlich. Aber gerade am Anfang muss man sich selbst sicher sein, wo man hin möchte und wer langfristig Anteile am Unternehmen hat. Meine Frau war von Beginn an eine starke Unterstützung, der ich hundertprozentig vertrauen kann. Das Basic-Setup muss der Unternehmer selber festlegen. Wichtig ist es, dass man mit der Zeit ein gutes Team zusammenstellt, um sich erfolgreich entwickeln zu können.

Während Deiner Gründerlaufbahn kamst Du schließlich an einen Punkt, wo ein ERP System zur Warenwirtschaft her musste. Dabei kam nach intensiver Recherche raus, dass kein bestehendes System eure Bedürfnisse erfüllt. Somit hast Du einfach angefangen, ein eigenes Tool zu entwickeln.

Genau, wir kamen mit unserem Online-Shop an einen Punkt, an dem die Verwaltung aufwändiger wurde und wir keinen Echtzeit-Überblick über unsere Daten hatten. Darum war es an der Zeit, ein ERP-System einzuführen. Aber es gab keins, das unseren Anforderungen entsprach oder für uns als Startup schlichtweg zu teuer und zu unflexibel war. Also dachte ich mir: Ich programmiere selber ein Warenwirtschaftssystem – WaWision.

Vom Hardware zum Software Unternehmer: Was macht eure Software WaWision so besonders und wann kam die Entscheidung, sich ganz auf das Softwareprojekt zu konzentrieren?

Eigentlich war WaWision gar nicht zum Weiterverkauf gedacht. Aber ein paar unserer Hardware-Kunden wurden darauf aufmerksam und wollten die Software kaufen. Das war wie ein Domino-Effekt. Ein Kunde hat es dem anderen weiterempfohlen und so weiter. Vor zwei Jahren kamen wir an den Punkt, an dem sich WaWision besser verkauft hat als die Hardware.

Und das, obwohl wir das ERP-System nie aktiv beworben haben. Ich bin überzeugt, dass man sich als Unternehmen fokussieren muss – insbesondere, wenn man ein kleines Team ist. Darum standen wir vor der Frage: Entweder Hardware oder Software. Und wir haben uns für die Software entschieden. Mit Erfolg: Seitdem konnten wir unseren Gewinn signifikant steigern.

Als Software Anbieter seid ihr im B2B Bereich unterwegs. Wie findet ihr eure Kunden und wie vermarktet ihr euch? Gab und gibt es besondere Hürden?

WaWision empfiehlt sich immer noch selbst weiter. Dennoch setzen wir mittlerweile auf diverse Marketing-Maßnahmen, um die Bekanntheit zu steigern. Wir sind auf den wichtigsten Fachmessen unterwegs, setzen außerdem auf Online Marketing und PR.

WaWision Dashboard
WaWision im Einsatz

Wie hast Du es vor allem in der Startphase geschafft, Dich selbst zu motivieren? Was sagst Du allen, die etwas machen wollen, aber „den Arsch nicht hochbekommen“?

Einfach machen. Man weiß vorher nie, ob es klappt. Man muss in die eigenen Stärken vertrauen und darf nicht aufgeben. Meines Erachtens ist das Schlimmste, das passieren kann, dass man sich irgendwann denkt: Warum habe ich es nie versucht? Und sich dann ärgert, weil man die Chance verpasst hat.

Ausblick für nächsten 5 Jahre: Wird sich Deine Firma embedded projects weiterhin ganz auf WaWision konzentrieren? Wo siehst Du Dich als persönlich in den nächsten Jahren: Hast Du vielleicht noch ganz andere Ideen im Hinterkopf? Vielleicht auch abseits des Unternehmertums wie z.B. eine lange Weltreise? 🙂

Wir werden uns ganz auf WaWision konzentrieren. Das ERP-System ist mit einem eigenen AppStore verbunden, für den wir ständig neue Module und Schnittstellen entwickeln. Unser Ziel ist es, dass wir uns in fünf Jahren mit den Big Playern messen können.

Benedikt, das waren sehr spannende Insights. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast! Gibt es noch einen letzten Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben willst?

Jeden Tag mit frischer Motivation starten. Das ist das Tolle am Leben. Man kann immer wieder neu starten, im kleinen sowie im großen Stil. Und irgendwann findet man so wie wir zum richtigen Produkt im richtigen Umfeld. Im Nachhinein wären wir nie dort, wo wir jetzt sind, wenn wir nicht den Weg gegangen wären.

 

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