Eines der am weit verbreitesten Geschäftsmodelle ist das Affiliate Marketing bzw. Empfehlungs- oder Vermittlungsmarketing. Hierbei empfiehlt und vermarktet das Unternehmen (der sogenannte Affiliate) Produkte und/oder Dienstleistungen anderer Unternehmen (dem sogenannten Merchant oder Advertiser) und erhält im Gegenzug eine Vergütung in Form einer Provisionszahlung. Wie genau dieses Geschäftsmodell funktioniert und, ob es zu Deiner Geschäftsidee passen würde, erfährst Du hier!


 

Affiliate Marketing / Affiliation als Geschäftsmodell gibt es in vielen verschiedenen Formen und Ausführungen. Dabei ist es keine Erfindung des Internetzeitalters, denn Empfehlungsmarketing wurde und wird auch in der realen Offline-Welt betrieben.

Heutzutage besitzt das Affiliate Marketing leider einen schlechten Ruf. Viele Leute denken bei Affiliate Marketing an Webseiten voller Spam ohne Mehrwert, bei denen User durch geschicktes Online-Marketing abgegriffen und schnellstmöglich an einen Advertiser weitergeleitet werden. Dadurch rückte das Affiliate Marketing zu Unrecht in ein schlechtes Licht, denn Empfehlungsmarketing ist viel mehr und kann definitiv einen hohen Nutzen für Kunden liefern. Wäre es nicht so, dann hätte das Affiliate Marketing sich nicht so lange und eindrucksvoll durchgesetzt, und die Marketingabteilungen der Advertiser hätten die Budgets für das Empfehlungsmarketing schon lange eingestellt.

Beim Geschäftsmodell Affiliate Marketing macht das Unternehmen anhand von Vermittlerprovisionen seinen Umsatz. Der Nutzen für den Kunden wird durch die Vorstellung am Markt verfügbarer Produkte oder Dienstleistungen erzielt.

Wenn man sich die richtig großen Online-Portale mal genauer anschaut, sieht man erstmal, dass hinter viel mehr Geschäftsideen das Modell des Affiliate-Marketings steckt als man denkt. Denn überall, wo ein Geschäftspartner jemand anderen für einer Vermittlung in Form einer Provision vergütet, spricht man vom Affiliate Marketing.

Das mit Abstand größte Affiliate-Unternehmen ist? Ganz genau. Google. Ja Google betreibt mit ihrer Suchmaschine eigentlich nichts anderes als Affiliate Marketing als Geschäftsmodell. So können die bezahlten adWords Anzeigen als Affiliate-Links betrachtet werden und Google empfiehlt und vermittelt den Suchenden zu passenden Unternehmen entsprechend der jeweiligen Suchintention. Das Unternehmen, welches geklickt wurde, bezahlt im Gegenzug Google eine Provision für den erbrachten Klick. Dieses Abrechnungsmodell wird Pay per Click genannt und wird gleich noch genauer erläutert.

Auch andere große Portale wie booking.com in der Tourismusbranche oder airbnb.com sind nichts anderes als riesig große Affiliate-Webseiten, die von Hotels und Apartmentbetreibern durch eine Provision dadurch vergütet werden, dass das jeweilige Hotel oder Apartment gebucht wurde. Der Nutzen solcher Portale aus Kundensicht sollte jedem bekannt sein und so zählen solche Vergleichsportale zu den reichweiten- und umsatzstärksten ihrer Branche.

In wesentlich kleineren Dimensionen betreiben viele Solopreneure sogenannte Nischenseiten als eine Form des Affiliate Marketings. Wie der Name schon sagt, wird mit einer sehr kleinen Webseite mit wenigen Unterseiten ein kleines Nischenthema infomativ behandelt und wichtige Produkte sowie Dienstleistungen passender Anbieter in dieser Branche vorgestellt. Auch hierbei verdient der Webseitenbetreiber als Affiliate eine Provision, sobald ein Leser seiner Seite über ein Werbelink beim Advertiser ein Produkt kauft.

Für wen ist Affiliate Marketing geeignet?

Affiliate Marketing eignet sich perfekt, um als Preneur zu starten. Es benötigt kein Startkapital und jeder kann auch nebenberuflich oder im Studium damit beginnen, sich eine Affiliate-Seite im Internet aufzubauen. Es gibt unendlich viele Affiliate-Programme von Unternehmen, die nur darauf warten, dass Affiliates ihre Produkte und Dienstleistungen vermarkten.

Affiliate Marketing findet man in nahezu jeder Branche wieder. Egal, ob man sich beim großen Affiliate-Programm von Amazon anmeldet, um an einem vermittelten Produktkauf mitzuverdienen, oder in der Tourismusbranche auf eines der zahlreichen Partnerprogramme setzt. Du besitzt einen Kochblog? Super, dann schreibe doch Testberichte zu den Küchenutensilien, die Du benutzt. Du hast eine Webseite über die Ausflugsziele in Bayern? Dann binde doch passend für deine Webseite Hotels und Ferienwohnungen aus Bayern ein. Die Möglichkeiten sind groß und jeder kann sofort damit starten.

Die unterschiedlichen Provisionsmodelle

Wie bereits erwähnt, wird der Umsatz beim Affiliate Marketing durch eine Provisionsvergütung erzielt. Hierbei gibt es verschiedene Ansätze, wofür die Provision bezahlt wird.

Pay per Click

Wie man vom Namen schon ableiten kann wird, beim Pay per Click Modell der Affiliate bereits für den Klick auf das Werbemittel bezahlt. Der Advertiser benutzt dieses Abrechnungsmodell sehr ungern, da das Unternehmen zahlen muss, obwohl noch gar nichts vom User gekauft wurde. Für Dich als Affiliate das beste Abrechnungsmodell, was Du so aber bei Affiliate-Programmen kaum vorfinden wirst.

Pay per Lead

Beim Modell Pay per Lead wird die Provision für jede Kontaktaufnahme gezahlt. Klickt also ein User deiner Webseite auf einen eingebundenen Affiliate-Link und auf der Webseite des Advertisers, füllt der User dort ein Kontaktformular aus, dann erhältst Du eine Provision. Verlässt der User jedoch nach dem Klick auf den Werbelink die Webseite ohne jegliche Kontaktanfrage, dann war der Klick für den Advertiser kostenlos.

Pay per Sale

Eine noch strengere, aber auch am weitesten verbreitete Abrechnungsart ist der Pay per Sale. Hierbei erhältst Du nur eine Vermittlungsprovision, wenn der User auf den Link auf deiner Webseite klickt und anschließend auch wirklich einen Kauf auf der beworbenen Webseite ausführt.

Pay per View

Bei Pay per View wird jede Einblendung des Werbemittels vergütet. Das heißt ein User muss dieses Werbemittel noch nicht mal anklicken sondern es reicht die reine Einblendung. Hierbei werden die Einblendungen „getrackt“ und gezählt. Am Ende der Abrechnungsperiode wirst Du für die erzielten Einblendungen bezahlt.

Pay per SignUp

Pay per SignUp kann als Sonderform des Pay per Leads angesehen werden. Hierbei zahlt der Werbetreibende Dir eine Provision, sobald sich der vermittelte User z.B. für den Newsletter oder als Mitglied anmeldet.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Abrechnungsarten. Die hier vorgestellten Konditionsmodelle sind aber die gängigsten Modelle und machen bestimmt über 90% aller Abrechnungskonditionen im Affiliate Marketing aus.

Vor- und Nachteile von Affiliate Marketing

Vorteile Affiliate Marketing

Das Affiliate Marketing ist ein leicht umsetzbares Geschäftsmodell und weist einige Vorteile auf:

  • Keine großen Gründungskosten. Man kann sofort starten und das Anmelden an den Partnerprogrammen ist kostenlos
  • Riesige Auswahl an Partnerprogrammen. Es gibt in Deutschland tausende Partnerprogramme, so dass Du in jeder Branche eine Affiliate-Seite aufbauen kannst.
  • Umsetzung einer Affiliate-Webseite ist relativ einfach. Es muss keine aufwändige Webseite programmiert werden.

Nachteile Affiliate Marketing

Jedoch bietet das Affiliate Marketing auch Risiken und Gefahren:

  • Man ist oft abhängig von den beworbenen Werbetreibenden. Sollte dieser z.B. wegen Insolvenz vom Markt verschwinden, muss man schnell reagieren und auf alternative Programme setzen können.
  • Vor allem im gängigen Pay per Sale Modell, ist man auf die Performance des beworbenen Online Shops abhängig.
  • Transparenz. Die Sales kann man nicht wirklich nachverfolgen. Man ist auf eine gewisse Art und Weise auf die Ehrlichkeit der Werbetreibenden angewiesen.

Geschäftsmodell Affiliate Marketing – Das Fazit

Ich halte Affiliate Marketing vor allem als Einstieg ins Gründerdasein im Online-Bereich für ein sehr gutes Geschäftsmodell. Vor allem wird dieses Geschäftsmodell oft benutzt, um den umgekehrten Weg zu gehen. Und zwar nicht aus der eigenen Geschäftsidee ein passendes Geschäftsmodell abzuleiten, sondern von einem gegebenen Geschäftsmodell überhaupt auf eine Geschäftsidee zu kommen. So kann man sich nämlich überlegen welche Themengebiete einem selber Spaß machen, um gezielt daraus eine Affiliate-Seite aufzubauen.

Die niedrigen Einstiegshürden bieten zusätzlich die perfekte Möglichkeit, zeitnah und ohne Risiko zu starten. Was hältst Du von Affiliate Marketing als Geschäftsmodell? Ist Affiliate Marketing ein Geschäftsmodell für Dich? Oder bist Du vielleicht schon als Affiliate erfolgreich aktiv? Lass es uns wissen!

 

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