Heute sprechen wir mit Julian Lechner, dem Gründer von Kaffeeform. Spannend an Kaffeeform ist, dass es es sich um ein Start-Up und um ein Social Business handelt. Die Idee von Kaffeeform ist es, Kaffeebecher aus Kaffeesatz zu produzieren und verfolgt die Vision, dem ganzen Müll, der durch Wegwerf-Becher erzeugt wird, ein nachhaltiges Konzept entgegenzusetzen.


 

Hi Julian,

in Teil 1 ging es um Deine unternehmerischen Erfahrungen, Deinen Werdegang und Deine Firma Kaffeeform. In Teil 2 werden wir auf Deine Selbstmotivation und Dich als Person eingehen.

Julian, war es eher Zufall, dass Du Unternehmer geworden bist? Hättest Du Dir auch einen Werdegang als Angestellter vorstellen können? Seit wann interessierst Du Dich dafür, eigene Projekte zu verwirklichen?

Seit meinem Studium für Produktdesign bin ich natürlich daran interessiert eigene Produkte zu entwickeln. Als Produktdesigner in Kreativbüros habe ich bereits diverse Erfahrungen gesammelt, jedoch sind die Möglichkeiten sehr begrenzt. Mein Wunsch und inneres Verlangen meine eigenen Ideen, unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte bis zur Marktreife zu verfolgen, wollte ich dann unbedingt verwirklichen!

War Kaffeeform Dein erstes eigenes Projekt oder hast Du vorher auch schon eigene Ideen umgesetzt?

Ich habe vorher mit Glas experimentiert und Ideen im Verpackungsbereich ausgearbeitet. Im Verpackungsbereich gilt es viel zu entwickeln und neue Denkansätze auszuarbeiten, jedoch gehen Industrie und Firmen nur langsam mit.

Siehst Du Dich als Socialpreneur? Wie wichtig ist Dir die ökologische oder nachhaltige Komponente? Oder ist es eher die persönliche Freiheit, die Dich antreibt – oder ist es etwas ganz anderes oder ein Mix aus verschiedenen Aspekten? 🙂

Der „Socialpreneur“ war nie fest geplant, das hat sich eher zufällig ergeben. Jetzt wo ein Kreislauf aus Recycling, Verkauf und Arbeiten mit Menschen aus unterschiedlichen sozialen Bereichen entstanden ist, motiviert mich das enorm die Unternehmung weiter auszubauen und an neuen und größeren Visionen für die Zukunft von Kaffeeform zu arbeiten.

Viele angehenden Preneure schaffen es nicht, vom Reden und Planen ins Machen zu kommen. Wie hast Du es geschafft, Deine Idee umzusetzen und Dich selbst zu motivieren, einen Schritt weiter zu gehen? Fiel es Dir schwer, mit Deinem Projekt loszulegen? Hattest Du Angst vor dem Scheitern?

Wichtig war es, von Anfang an einfach loszulegen und kleine Experimente durchzuführen. Frei nach dem Prinzip: „Versuch und Irrtum“ hat alles begonnen. Die resultierenden Erkenntnisse und der stetige Austausch mit Freunden, Familie und Bekannten haben mich motiviert weiter zu machen.

Wie motivierst Du Dich selbst und bleibst zielorientiert? Benutzt Du bestimmte Tools, um Deine Ziele zu visualisieren? Hast Du viel Unterstützung im persönlichen Umfeld oder Mentoren für regelmäßigen Austausch zu Problemen und Ideen?

Mentoren sind extrem wichtig für den Blick auf das große Ganze. Lösungen für Probleme entstehen fast immer im Austausch oder kurz nachdem man das Besprochene nochmals alleine reflektiert hat. Eine gute Vorbereitung und Tages- bzw. Wochenplanung hilft dabei fokussiert zu bleiben. Gerne arbeite ich Aufgaben abschließend nacheinander ab, dann bleibt weniger gedanklicher Ballast zurück.

Gibt es bestimmte Glaubenssätze oder Zitate, die Dich inspirieren und nach denen Du lebst?

„Besessenheit ist der Motor – Verbissenheit ist die Bremse.“ Rudolf Chametowitsch Nurejew

Gibt es Persönlichkeiten, egal ob Unternehmer oder andere, die Dich inspirieren?

Muhammad Yunus Arbeit und Wegbereitung im Bereich der Sozialunternehmer ist beeindruckend.

Wie bildest Du Dich als Unternehmer weiter? Gibt es Bücher, Blogs oder andere Quellen, die Du uns empfehlen kannst?

„Kopf schlägt Kapital“ Günter Faltin, Hanser Verlag

„Die Physik der Zukunft“ Michio Kaku, Rowohlt Verlag

„Don’t Get a Job… Make a Job“ Gem Barton, Laurence King Publishing

Viele Preneure setzen auf bestimmte Routinen und “Lifehacks”, um erfolgreicher, aber auch zufriedener zu sein. Was hältst Du davon? Hast Du eine Morgenroutine, die Du befolgt, oder andere “Techniken”, um Dein Mindset positiv zu beeinflussen.

Die Zigarette für Nichtraucher befolge ich stets. D.h. arbeiten, regelmäßig kurze Pausen einschieben und die Gedanken frei kreisen lassen.

Welche Tipps möchtest Du angehenden Preneuren mitgeben, die noch ganz am Anfang stehen?

Lasst Euch von der vielen Arbeit und Aufgaben nicht verrückt machen.

Pausen und Freizeit helfen Barrieren zu lösen, Fehler und Probleme gehören fest zum Prozess. Es ist ein langer, aber es lohnt sich.

Hast Du Vorstellungen von Deiner Zukunft als Unternehmer, wenn Kaffeeform sehr erfolgreich geworden ist? Willst Du Dich weiter komplett auf Kaffeeform konzentrieren oder kannst Du Dir auch andere Projekte vorstellen? Oder würdest Du ein paar Gänge zurückschalten und vielleicht was ganz anderes machen? 🙂

Für Kaffeeform gibt es noch viele weitere Produktideen und Möglichkeiten, daher erscheint ein Projektwechsel gerade weit entfernt. Jedoch könnte ich mir in Zukunft gut vorstellen eine neue Idee oder Herausforderung im Team zu verfolgen. An frischen Ideen soll es nicht mangeln.

Julian, danke für das spannende Interview! Wir werden Deine Gründerstory weiter verfolgen und drücken Dir die Daumen für Deinen weiteren Werdegang und Dein Unternehmen Kaffeeform.

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT