Die Mission von Tastillery ist es, Menschen zu besseren Trinkern zu erziehen.

Das klingt zwar etwas hochtrabend, aber die ersten Erfolge des noch jungen Startups sprechen für sich!

Wie sind die beiden Unternehmer Waldemar und Andreas Wegelin bei der Gründung vorgegangen und wie konnten sie ihre Geschäftsidee ohne große Anfangsinvestitionen testen? Und welche Reichweite hat ihnen der Auftritt bei der Höhle der Löwen gebracht – auch ohne Deal? Das und mehr erfahren wir in unserem Q&A mit Andreas Wegelin.



Hallo Andreas, Tastillery ist im wahrsten Sinne des Wortes eine „Schnapsidee“. Was genau ist die Geschäftsidee hinter Tastillery und wie bist Du zusammen mit Deinem Cousin Andreas darauf gekommen?

Wir haben uns vorgenommen, die Menschen zum besseren Trinken zu bewegen. Die Neugierde ist da und wir wollten den Konsumenten eine Verkostungs-Experience bieten, die sie ganz ohne Vorkenntnisse einfach zu Hause ausprobieren können. Tastillery ist ein Entdeckungsservice für hochwertige Spirituosen aller Art, von Whisky, Gin und Rum bis hin zum exotischen Mezcal. Mit unseren Tasting-Sets erzählen wir von den Geschichten, Leuten und Leidenschaften, die hinter jeder einzelnen Spirituose stecken. „Liquid Storytelling“ nennen wir das. Tastillery soll Spaß machen, sich auf Unbekanntes einzulassen und Neues zu entdecken.

Die Idee für Tastillery entstand 2016. Doch der Unternehmergeist liegt schon seit Generationen bei uns in der Familie. Unsere Väter betreiben bereits seit vielen Jahren gemeinsam ein Unternehmen. Für Andreas und mich war schnell klar, dass wir gemeinsam durchstarten wollen. Unsere Geschäftsidee entstand aus einer Leidenschaft heraus und dass Tastillery mittlerweile so viele Fans hat, macht uns deshalb besonders stolz.

Tastillery Gründer Waldemar und Andreas Wegelin
Tastillery Gründer Waldemar und Andreas Wegelin

Ihr seid Anfang 2016 mit den ersten Tasting Sets für Spirituosen gestartet. Wie viel Kapital habt ihr ganz grob für die ersten Tests investiert und wie habt ihr Kundenfeedback eingesammelt, um festzustellen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?

Wir haben anfangs sehr lean angefangen und damit haben wir zu Beginn, nur ein relativ kleines Budget gebraucht, um zu starten, bis wir das erste MVP fertiggestellt hatten.

Als zu Beginn noch unbekanntes Startup stelle ich mir den Kooperationsaufbau mit Spirituosenhändlern sehr schwer vor. Habt ihr direkt zum Start einen oder mehrere Großhändler gehabt oder habt ihr euer Angebot erstmal einmal aus dem Einzelhandel zusammengestellt, um überhaupt einen ersten Test mit wenig Aufwand durchführen zu können?

Für die ersten Tests haben wir und eine relativ große Range an Produkten einfach selbst im Einzelhandel gekauft. Uns war es von Anfang an wichtig, dass wir unsere Produkte als Experience entwickeln und damit auch ein liquides Menü als Tasting aufbauen, dessen Geschmack aufeinander aufbaut.

Wie habt ihr euch vor allem in der Anfangszeit selbst motiviert? War ein eigenes Unternehmen bereits ein langgehegter Traum? Was hilft euch beim Abschalten?

Die Motivation war von Anfang an da. Als Cousins aus einer Winzerfamilie wurde uns das Unternehmertum schon lange vorgelebt. Dabei war uns schon immer klar, irgendwann wollen wir eigenes Unternehmen führen. Im Jahr 2016 war es dann soweit: Wir beide steckten unsere Zeit und unser Wissen in das Konzept des eigenen Start-ups. Die einzige Voraussetzung dabei war die Vereinigung unserer Leidenschaften Reisen, Genuss und andere zu inspirieren. Das Ergebnis war ein Entdeckungs-Service für Spirituosen. Indem wir unseren Leidenschaften gefolgt sind, war die Motivation nie das Problem.

Wie erreicht ihr eure Kunden und was sind die wichtigsten Marketingkanäle für Tastillery?

  • Facebook
  • Instagram
  • Google AdWords
  • Partnerschaften mit anderen Unternehmen
  • Markt- und Messe-Auftritte

Die Teilnahme bei der Höhle der Löwen hat euch einen großen Bekanntheitsschub gegeben. Viele Gründer denken sicher über eine Bewerbung für DHDL nach, aber trauen sich noch nicht: Wie genau lief die Bewerbung ab und wie viel Zeit musstet ihr reinstecken, bis alles im Kasten war?

Es hat von es der Bewerbungsphase bis zur finalen Ausstrahlung 12 Monate gedauert

Bewerbungsprozess:

  1. Bewerbung beim open Pitch Call
  2. Open Pitch Call
  3. Warten auf die Annahme
  4. Vorbereitung auf die Aufnahme
  5. Drehtermin: Hier muss man auf Hochtouren performen
  6. Sofern der Pitch mit einem Deal endet.
  7. Verhandlungen mit Investoren
  8. Vorbereitung der Unternehmensstrukturen auf die Ausstrahlung
  9. Intensive Verarbeitung der Auftragslage und der aufkommenden PR.

Die Löwin Dagmar Wöhrl wollte bei euch investieren, aber der Deal kam nicht zustande. Was waren die Gründe und arbeitet ihr in irgendeiner Form weiterhin mit Frau Wöhrl zusammen?

Wir haben uns großartig mit Frau Wöhrl und ihrer gesamten Familie verstanden. Es kamen auch großartige Kontakte zustande und unsere Produkte werden inzwischen auch in der Dormero Hotelkette verkauft. Aber letztendlich haben wir uns für eine andere Art der Zusammenarbeit entschlossen und entschieden für uns als Gründer – erst einmal – unabhängig zu bleiben, um das Unternehmen so zu steuern, wie wir es uns vorstellen.

DHDL war auch ohne Deal ein großer PR-Erfolg. Wie hat sich eure Teilnahme auf das Business ausgewirkt?

Die Teilnahme hat uns insbesondere für das Weihnachtsendgeschäft ein hohes Umsatzwachstum gebracht. Jedoch muss hierbei auch klar festgestellt werden, dass die Ausstrahlung ein Peak ist. Die Herausforderungen danach sind mindestens genauso groß wie vor der Ausstrahlung. Hier ist es, wie immer, wichtig dran zu bleiben, weiter zu machen und das Geschäft weiterentwickeln.

Kannst Du ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern? Wie stark ist euer Geschäft 2017 gewachsen und wie viele Kunden habt ihr mittlerweile?

Wir hatten einen größeren Umsatz im Jahr 2017 erwirtschaftet als wir uns vorgestellt haben. Jedoch wollen wir dazu keine genauen Zahlen nennen.

Was habt ihr für die Zukunft geplant und wie sieht eure Strategie für dieses Jahr aus?

Im Kern wird es immer unsere Mission bleiben Menschen zu inspirieren besser zu Trinken. Aber in fünf Jahren wollen wir Europas größte eCommerce-Plattform für Premium-Spirituosen werden. Dabei wollen wir vor allem „Tastillery“ als eine inspirierende Marke etablieren. Wir planen damit zum Beispiel im nächsten Jahr weitere und eigene Produkte an den Start zu bringen.

In wenigen Jahren konntest Du zusammen mit Deinem Co-Founder als Unternehmer eine Menge erreichen. Welche Tipps hast Du für Gründer parat, die noch ganz am Anfang stehen?

Gerade in einem jungen und dynamischen Start-up gibt es viele Ups und Downs. Hier ist es besonders als Gründer sehr wichtig, am Ball zu bleiben, die Hoffnung zu bewahren und fest daran zu glauben, was man macht. Als Gründer erhofft man sich immer, das alles noch schneller geht – jedoch muss man auch hier leider manchmal einfach Geduld bewahren.

Andreas, vielen Dank für die spannenden Antworten. Zu guter Letzt: Was ist aktuell Dein Lieblingsdrink? 😊

Das ist wirklich Situationsabhängig. Zu jeder Zeit gibt es einen richtigen Drink. Ich trinke gerne „Continental Soul (Whisky Sour mit Port Wein) und Waldemar trinkt gerne einen „Oaxaca Old Fashioned“, ein Old Fashioned Cocktail mit Tequila und Mezcal.

 

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