Nischenwebseiten sind eine einfache Möglichkeit, ohne Kapital im Netz selbstständig zu werden. Wer sich mit digitaler Selbstständigkeit beschäftigt, stößt früher oder später auf dieses Thema. Bei den Nischenwebsites geht es darum, eine Produktnische zu finden, für die Informationen auf einer Webseite aufbereitet werden. Eine Nische können Hundeleinen, Online-Sprachkurse, Kaffeebohnen, Luftbefeuchter oder was auch immer sein.

Gezielt platzierst Du dabei innerhalb des von Dir erstellten Webseiten-Contents Produktempfehlungen in Form von Affiliate Links zu Anbietern wie Online-Shops oder Amazon. Damit Du Dich vergüten lassen kannst, musst Du Dich bei den jeweiligen Partnerprogrammen anmelden. Wenn ein Nutzer nun auf den Link klickt und das Produkt kauft, erhältst Du eine Provision. Nischenwebsites sind somit eine Möglichkeit, das Geschäftsmodell Affiliation / Affiliate Marketing umzusetzen.

Darüber hinaus gibt es noch einen anderen Ansatz und zwar den, nicht fremde Produkte zu empfehlen, sondern eigene (meist digitale) Produkte zu erstellen. So könnte man eine Nischenseite zum Thema „einfache und leckere Low-Carb Gerichte in 15 Minuten“ erstellen, auf der man das ganze Thema Low-Carb Ernährung aufgreift und durch ein eigenes kleines Rezept E-Book versucht Geld zu verdienen. Nischenseiten eignen sich daher auch zur Umsetzung des Geschäftsmodells Digitalization. Bei diesem Modell geht es darum, ein bestimmtes Angebot in die digitale Welt zu bringen (z.B. mit einem eBook über Low-Carb Rezepte).

Es gibt sogar eine jährliche Nischenseiten-Challenge, die von dem Blogger Peer Wandiger durchgeführt wird. Ziel dabei ist, in drei Monaten eine kleinere Nischenseite aufzubauen und erste Einnahmen zu erzeugen. In 2015 gewann übrigens die Webseite poolsauger-test.de mit einem Umsatz von 388,46 € den ersten Platz der Nischenseiten-Challenge. Weil sich höherer Einnahmen normalerweise nicht von heute auf morgen einstellen, wird diese Nischenseite aktuell sicher einiges mehr umsetzen.

Bevor Du jetzt leuchtende Augen bekommst und vom schnellen Geld träumst, sei dir im Klaren, dass es ohne eine Portion Geduld nicht geht. Man muss schon anpacken, damit es etwas wird.

Zu Beginn geht es erst einmal um das Finden der richtigen Nische, das Erstellen der Inhalte und darum, Know-how im SEO (Search Engine Optimization) aufzubauen.

Eine Nische finden

Nischen gibt es unzählige. Fange an zu Brainstormen und überlege Dir, was Du in der Vergangenheit im Internet bestellt hast. Sieh Dich außerdem in Deinem Haushalt um. Beziehe dabei auch Produkte ein, die auf dem ersten Blick unsexy sind, die aber regelmäßig gekauft werden. Schreibe außerdem auf, was für Bereiche Dich interessieren. Suche dann gezielt in diesen Bereichen nach Produkten, die in größeren Online Shops angeboten werden.

Ob nur Themen in Frage kommen, die Dich auch interessieren, oder ob Du offen für alle Themen bist, solange sie profitabel sind, musst Du Dir selbst überlegen.

Es kommt auch drauf an, wie groß Dein Projekt werden soll. Wenn Du eine große Infoseite für Handwerksbedarf mit einem zugehörigen Blog starten willst, kannst Du unterschiedlichste Produkte platzieren und musst bei dem Blog natürlich dauerhaft am Ball bleiben.

Wenn Du aber eine kleine Nischenwebseite wie die erwähnte poolsauger-test.de erstellst, ist es das Ziel, einmal den Content zu schreiben, Affiliate Links zu platzieren und für SEO ein paar externe Links auf Deine Seite zu bekommen, z.B. in passenden Themenforen. An einem solchen Projekt muss nicht kontinuierlich gearbeitet werden, wenn die Grundlagen einmal da sind. Deshalb kannst Du hier eher etwas machen, was thematisch für Dich uninteressant ist.

Wenn Du mögliche Nischen gefunden hast, geht es so weiter:

Google AdWords Keyword Planner
Google AdWords Keyword Planner
  • Nutze den Google AdWords Keywpord Planner, um rauszufinden nach welchen Suchbegriffen die Nutzer wie häufig suchen. So kannst Du den Markt ziemlich einfach bewerten und Du bekommst Ideen, welche Keywords in Deinen Texten und Unterseiten vorkommen müssen.
  • Schaue Dir die Konkurrenz an. Sind schon starke Player im Web oder sind nur wenige zielgerichtete Webseiten und Anbieter zu Deiner Nische vorhanden – genau dieses Setup willst Du haben!
  • Suche nach passenden Partnerprogrammen. Das Amazon Partnerprogramm kommt in Frage, ebenso wie Affiliate-Netzwerke (Affili.net, AdCell* und viele mehr)
  • Überprüfe, welche Domainnamen in Frage kommen und noch nicht besetzt sind. Domainchecks kannst Du bei den meisten Webhostern machen. Aus SEO Gründen macht es oft Sinn, Dein wichtigstes Keyword in der Domain zu platzieren. Bei poolsauger-test.de ist der Hauptbegriff „Poolsauger Test“, auf den die Seite optimiert wird. Ich gebe hier zwar keine SEO Einführung – aber so viel sei gesagt: Keywords im Domainnamen sind ein Ranking-Faktor, auch wenn schon lange spekuliert wird, dass sich dies ändern wird.

Wie viel kann man verdienen?

Das ist ganz unterschiedlich. Die Bandbreite der Einnahmen für eine Nischenseite kann von 0 bis 10.000 € pro Monat reichen. Bei den meisten Nischenseiten geht es um einige hundert Euro pro Monat als mittel- bis langfristiges Ziel. Es gibt Preneure, die von Nischenseiten komplett leben können und Dutzende Nischenwebseiten parallel betreiben.

Wie viel kannst Du nun verdienen? Das musst Du schon selbst rausfinden und kann nicht pauschal gesagt werden. Du musst viel recherchieren, Dich mit Deiner Webseite über längere Zeit beschäftigen, Texte schreiben und Dich mit Online Marketing beschäftigen. Du wirst eine Menge lernen und nach und nach bekommst Du ein Gefühl dafür, was möglich ist.

Mit SEO und Webseitenerstellung beschäftigen

Um SEO kommst Du nicht herum. Schließlich basieren Nischenseiten auf dem Konzept, bei Google für bestimmte Suchbegriffe gefunden zu werden und einen Teil der Besucher dann auf Anbieter-Websites weiterzuleiten. SEO ist für einen Nischenseitenbetreiber somit Brot und Butter für ein erfolgreiches Geschäft. Im Netz findest Du genügend Anlaufstellen mit vielen Infos zu dem Thema.
Recherchiere, wie man Texte am besten strukturiert und Inhalte aus Google Sicht intern am besten verlinkt. Oft ist es nötig, fertige Texte zu überarbeiten, sobald Du Traffic auf der Seite hast. Denn erst dann kannst Du Auswertungen zur Performance der Webseite bei Google machen. Ein nützliches Tool hierfür ist Google Analytics.

Neben den SEO Kenntnissen musst Du Deine Webseite auch erstellen können. Dafür musst Du nicht programmieren können. Bei den meisten Nischenseiten reicht ein Content Management System wie WordPress aus. WordPress kostet nichts und es gibt viele Plugins zum einfachen Integrieren weiterer Funktionen. Auch hierzu findest Du die genügend Infos im Netz.

Das große Rad drehen mit Outsourcing

Erstelle bei Deinem ersten Projekt die Website und die Texte selbst. Auch wenn Du das Geld investieren und Texte und Webseitenerstellung einkaufen willst: Wenn Du noch keine Erfahrung im Online Business hast, mach es erst einmal selbst! So lernst Du am meisten und kannst mit mehr Erfahrung bessere Entscheidungen treffen.

Wenn Dein Nischenseiten-Business größer wird, kannst Du irgendwann nicht mehr alles selber machen. Am meisten Aufwand ist die Texterstellung, um regelmäßig neuen Content zu produzieren. Gut für Dich ist, dass es Plattformen gibt, auf denen Du Texter finden kannst.

Content.de ist eine Anlaufstelle, auf der Du Texte einkaufen kannst. Es gibt auch organisierte Facebook-Gruppen wie diese hier oder diese, in denen Du viele professionelle Texter finden kannst. Wenn Du den Dreh raus hast und bereits mehrere hundert Euro oder mehr im Monat verdienst, kannst Du das Geld re-investieren und mehrere Nischenwebseiten parallel aufbauen. Durch Outsourcing bleibt der zeitliche Aufwand überschaubar. Deshalb ist Outsourcing der Schlüssel, falls Du ein größeres Nischenseiten-Geschäft aufbauen willst.

Sind Nischenseiten wirklich nachhaltig?

Seit Jahren hört man, dass Nischenseiten irgendwann nichts mehr bringen, weil Google diese Seiten in den Suchergebnissen schlechter positioniert. Was stimmt ist, dass viele Ratgeberseiten Verluste in den Rankings hinnehmen mussten. Es gab viele Fälle, in denen mit schlechten Inhalten versucht wurde, schnelles Geld zu verdienen. Google hat jedoch das Ziel, Nutzer auf Seiten mit hochwertigem Content zu verweisen. Deshalb ist das die wichtigste Stellschraube: Hochwertige Texte, die dem Nutzer echten Mehrwert bieten.

Ich gehe nicht davon aus, dass sich Nischenseiten in absehbarer Zeit gar nicht mehr lohnen. Was aber passieren wird ist, dass die SEO Strategien immer wieder hinterfragt werden müssen, weil Google die Ranking Faktoren ständig weiterentwickelt. Die SEO Welt ändert sich und damit auch die Art und Weise wie Webseiten für Google optimiert werden.

Hast Du bereits eine Nischenseite und wie haben sich Traffic und Einkommen bei Deinem Projekt entwickelt?

 

3 KOMMENTARE

  1. Guten Morgen, ich glaube der Grund warum es manche Nischenseiten nach den Google Updates heftig getroffen hat, war das dort einfach kein Mehrwert geboten wurde sondern im großen und ganzen sehr viel Müll stand mit ein paar Affiliate Links. Das beste Beispiel für gelungene und lukrative Nischenseiten ist Peer von Selbständig im Netz und sein passendes ebook dazu und Karl Kratz und die Story von risikolebensversicherung.com die jetzt einer Allianz Tochter gehört. Auch Nischenseiten bedeuten arbeit und auch dort wird einem kein Geld geschenkt, aber wenn man es richtig aufzieht funktioniert das auch heute noch sehr gut.

     
  2. Sehr informativer Beitrag. Damit sich das Outsourcing lohnt sollte das Preis-Leistungs-Verhältnis der Texte, Backlinks usw. die man outsourcen lässt stimmen. Auf dem Outsourcing Marktplatz http://www.microdeal24.de bieten die Leute teilweise schon Texte aus 500 Wörtern für unter 10€ an.

     
  3. @Harald

    Ich war Texter auf einem dieser Portale und kann dir fast schon versichern, dass es nicht sinnvoll ist, dir 500 Wörter Texte für unter 10€ schreiben zu lassen. Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage, dass es Zeit dauert, so einen Text zu schreiben. Außerdem muss der Autor auch von etwas leben. Das bedeutet, er muss sehr viel schreiben, um auf seinen Verdienst zu kommen und darunter leidet dann die Qualität. Also lieber auf Qualität als auf Quantität setzen.
    Der Trend geht in letzter Zeit eh weg von den Dumpingpreisen, ich denke, es war das Textportal https://www.lass-andere-schreiben.de/ , das damit angefangen hat. Die haben damals eine „Anti-Dumping-Strategie“ eingeführt und solche Inserate und Preise rigoros deaktiviert und unterbunden.

     

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