Die Idee ist da und jetzt soll es endlich losgehen! Ein Unternehmen muss her. Doch was ist der einfachste Weg? Für den Start, um eine kleinere Geschäftsidee umzusetzen, reicht es, ein Kleingewerbe anzumelden. Ein Kleingewerbe kannst Du alleine Gründen oder mit mehreren. Bei mehreren Gesellschaftern handelt es sich um eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), die auch nichts anderes als ein Kleingewerbe ist.

Die Anmeldung ist sehr einfach und der bürokratische Aufwand nach Anmeldung sehr gering. Du kannst das Gewerbe außerdem jederzeit wieder abmelden. Deshalb kannst Du ohne zu zögern den ersten Schritt gehen und ein Gewerbe anmelden.


 

Anmeldung und Kleinunternehmerregel

Zur Anmeldung eines Gewerbes gehst Du zum Gewerbeamt, das zum Ordnungsamt gehört. Bei mehreren Gründern müssen alle Gesellschafter zur Gründung anwesend sein. Du benötigst nur Deinen Personalausweis, den Anmeldebogen bekommst Du direkt beim Amt und kannst ihn dort ausfüllen. Im Anmeldebogen musst Du den Geschäftszweck eintragen. Du musst nicht detailliert beschreiben, was Du machst, es reichen Formulierungen wie „Erstellung von Webseiten und Online-Shops“ oder „Anbieten und Durchführung von Seminaren für Firmenkunden“.

Wichtig: Wenn Du eine GbR gründest, benötigst Du einen Gesellschaftervertrag. Im Internet gibt es genug Standardvorlagen, die Du und Deine Mitgesellschafter ausfüllen können. Bei einer GbR reicht das zu Beginn aus, bei einer späteren Kapitalgesellschaft ist der Gesellschaftervertrag natürlich ein anderes Kaliber.

Firmenkonto anlegen
Ich empfehle Dir, ein separates Firmenkonto bei Deiner Bank anzulegen, auch wenn Du alles über Dein Privatkonto abwickeln kannst. Es ist aber viel übersichtlicher, das private und gewerbliche Konto zu trennen. Bei einer GbR wird die Bank den Gesellschaftervertrag kopieren wollen, bring ihn also direkt mit.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
Das Finanzamt benötigt den ausgefüllten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Den kannst Du im Vorfeld ausfüllen und zum Finanzamt schicken oder Du wartest, bis das Finanzamt auf Dich zukommt.

Keine Sorge vor dem Fragenbogen. Was Du dort eintragen musst, erklären wir Dir Schritt für Schritt:
Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen

Die Kleinunternehmerregel
Im Zusammenhang mit dem Fragebogen, kannst Du Dich entscheiden, ob Du die sogenannte Kleinunternehmerregel nutzen möchtest. Diese gilt bis zu einem Jahresumsatz von 17.500 €. Wenn Du die Kleinunternehmerregel nutzt, musst Du keine Umsatzsteuer abführen. Du kannst Dir im Gegenzug aber auch keine gezahlte Unternehmenssteuer vom Finanzamt zurückholen, wenn Du etwas einkaufst. Die Entscheidung hängt also davon ab, ob Du über Dein Gewerbe Anschaffungen planst oder nicht. Hierzu findest Du ebenfalls mehr unter dem Link zu unserer Infoseite über den Fragebogen.

Wie viel Bürokratie kommt auf Dich zu?

Die Bürokratie bei einem Kleingewerbe ist sehr gering. Ohne Kleinunternehmerregel musst Du jeden Monat die Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt, das ist aber je nach Anzahl von Käufen und Verkäufen schnell gemacht.

Außerdem musst Du eine jährliche Steuererklärung einreichen. Diese umfasst eine Einnahme- / Überschussrechnung, auf der Du Deine Kosten und Einnahmen auflistest. Nach Einreichung berechnet Dein Finanzamt Deinen Gewinn, berechnet die Steuerlast und schickt Dir einen Steuerbescheid. Je nachdem, ob und wie viele Steuern Du zahlen musst, bestimmt das Finanzamt die Steuervorauszahlungen für das Jahr danach, die Du pro Monat oder Quartal zu leisten hast.

Wie Du siehst, gibt es nicht viel zu tun. Wenn Du Gewinne erzielst, lege einen Teil für die Steuern zurück und gib einmal im Jahr Deine Steuererklärung ab.

Ein Kleingewerbe benötigt nicht viel Aufwand. Zögere deshalb nicht mit der Gründung. Im Zweifel kannst Du das Unternehmen jederzeit abmelden.

Versicherungen nicht vergessen

Wenn Du Dich komplett selbstständig machst, kannst Du Dich gesetzlich oder privat krankenversichern. Informiere Dich außerdem über Sozialabgaben. Du musst nicht in die Renten- und Arbeitslosenkasse einzahlen, Du kannst es aber freiwillig tun. Zu diesen Themen bekommst Du eine Menge Informationen im Internet und bei Beratungsstellen.

Als nebenberuflich Selbstständiger ist das alles kein Thema, es bleibt alles entsprechend Deines Angestelltenjobs wie es ist.

Wenn Dein Geschäft anläuft und größer wird, kann es passieren, dass eine Abmahnung ins Haus flattert, weil Du irgendetwas (tatsächlich oder angeblich) nicht beachtet hast.
Falls Du jetzt sorgenvoll Deine Felle wegschwimmen siehst: Das lässt sich meist alles schnell regeln und ist kein Grund zur Sorge. Es ist auch nichts, mit dem Du ab Tag 1 konfrontiert wirst. Aber man sollte sich auch nicht zu viel Zeit lassen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn Du am Markt aktiv bist. Ich rate Dir deshalb zu einer günstigen Rechtsschutz- und ggf. auch Haftpflichtversicherung, sobald Du erste Einnahmen erzielst.

Ab wann ist ein Handelsgewerbe notwendig?

Ein Handelsgewerbe ist ein Gewerbe, das im Handelsregister eingetragen ist. Das ist notwendig, wenn der Umsatz in einer Größenordnung von 500.000 € oder mehr pro Jahr liegt. Davon bist Du am Anfang noch weit weg, weshalb das für Dich kein Thema ist.

Nur, wenn Du schon früh mit einer Kapitalgesellschaft starten willst, ist das Handelsregister ein Thema für Dich.

Wann lohnt sich eine Kapitalgesellschaft?

Für viele Ideen ist ein Kleingewerbe am Anfang völlig ausreichend. Ob Du einen Online-Shop, einen Ratgeber mit Affiliate Angeboten betreibst oder Seminare gibst. Zu Beginn reicht in den meisten Fällen ein Kleingewerbe aus.

Kapitalgesellschaften, die zum Start in Frage kommen könnten, sind die UG (Unternehmergesellschaft) und die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Bei einer UG hast du dieselben Pflichten wie bei einer GmbH, kannst die Gründung aber für einen Euro durchführen (inkl. Notarkosten bist Du insgesamt bei ca. 1.500 €). Bei einer UG („Mini-GmbH“) musst Du einen Teil des Gewinns als Rücklage in der Firma belassen, bis die 25.000 €, die zur GmbH Gründung erforderlich sind, erreicht werden. Aus der UG wird dann automatisch eine GmbH.

Bedenke, dass eine GmbH viel mehr Bürokratie erfordert. Du musst die Firma im Handelsregister eintragen, einen Jahresabschluss erstellen und bei Bilanzierungsfehlern kann es schnell juristisch heikel werden, Du solltest einen guten Steuerberater haben. Ein Kleingewerbe kannst Du problemlos jederzeit zu machen und wieder ein neues Gewerbe anmelden. Das Schließen einer GmbH (Liquidation), ohne dass eine Insolvenz angemeldet werden muss, dauert dagegen ein ganzes Jahr.

Deshalb: Wenn nicht unbedingt notwendig, Finger weg von der GmbH, solange Dein Gewerbe noch klein ist. Auch steuerlich lohnt sich eine GmbH erst bei höheren Gewinnen.

Wann kann sich eine Kapitalgesellschaft schon zu Beginn lohnen?

  • Haftungsrisiko: Die Haftung ist auf das in der Firma hinterlegte Kapital beschränkt, bei einem Kleingewerbe haftest Du bzw. die Gesellschafter mit dem Privatvermögen. Bei sehr kleinen Geschäften bringt diese Sicherheit in der Praxis oft nichts, weil das Risiko überschaubar ist. Überlege Dir deshalb, ob das Risiko tatsächlich so groß ist, dass Du besser direkt eine GmbH gründest.
  • Du benötigst schon vor dem Markteintritt Investoren und Deine Gespräche sind weit gediegen. In dem Fall musst Du in eine GmbH umzufirmieren oder die GmbH gleich zusammen mit Deinem Investor gründen. Kapitalgeber investieren generell nur in Kapitalgesellschaften aufgrund des Haftungsrisikos. Da ein Investor das Geschäft schnell hochskalieren will, steigt natürlich auch das Risiko.
  • Du bist in einem Bereich tätig, wo Geschäftspartner ein Höchstmaß an Vertrauen benötigen. Eine GmbH wirkt nach außen hin größer und seriöser. In diesem Fall reicht meist auch eine UG nicht aus.

Manche gründen übrigens auch eine Limited (Ltd.), nach englischem (oder auch irischem) Recht. Ich sehe dabei nicht den großen Vorteil. Die Gründung mag etwas günstiger sein, aber die Buchführung muss deutschem und englischem Recht genügen und am Ende bindest Du Dir noch mehr Bürokratie ans Bein.

Welche Erfahrungen hast Du mit der Gewerbeanmeldung gesammelt? Lief alles reibungslos oder bist Du auf unerwartete Hürden gestoßen?

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