Jeden Tag grillen und damit sogar Geld verdienen? Ein Traum jeden Mannes. Thorsten Brandenburg hat das geschafft. Er hat es geschafft seinen Grill- und BBQ-Blog BBQPit.de in den letzten Jahren zum größten deutschen Grill- und BBQ-Magazin auszubauen. Darüber hinaus ist er mit seinem eigenen BBQ-Team, den BBQ Wiesel, mittlerweile weltweit auf BBQ Meisterschaften unterwegs.

Wie er es geschafft hat aus seinem Hobby ein Geschäftsmodell zu machen, ob er das so geplant hatte und wo die Reise noch hingehen soll. Darüber sprechen wir heute in unseren PRENEUR-Insights.


 

Hi Thorsten,

wie erwähnt betreibst Du den Grillblog BBQPit.de und hast ein BBQ-Team mit dem Du regelmäßig an BBQ-Wettkämpfen und -Meisterschaften teilnimmst. Erzähl uns doch ein bisschen von Dir. Wer bist Du, was machst Du, wie bist Du zum professionellen BBQen gekommen und wann entstand die Idee eines eigenen BBQ-Blogs?

Hallo, ich bin Thorsten und eigentlich gelernter Großhandelskaufmann. Gegrillt habe ich schon seit meiner Kindheit, wobei das eher das übliche “Flachgrillen” war mit Bratwurst, marinierten Nackensteaks und Co.

Vor etwa 6 Jahren schenkte meine Frau mir einen Weber Kugelgrill und ich entdeckte die Möglichkeiten, die dieser Grill mir geboten hat. Indirektes Grillen, Räuchern, sogar Backen auf dem Grill war auf einmal möglich. Ich meldete mich in diversen Grillforen an, teilte dort meine Rezepte und schaute mir an, was man noch so alles machen kann.

Nach rund 2 Jahren intensiven “Forenlebens” und tausenden von Beiträgen und Postings wurde mir das Ganze jedoch ein wenig zu unübersichtlich. Ich wollte nicht ständig nach meinen Rezepten und Fotos auf unterschiedlichen Plattformen suchen müssen. Die Idee zum eigenen Blog entstand und vor gut dreieinhalb Jahren startete ich BBQPit.de als reine persönliche Rezeptsammlung.

Hattest Du damals beim Start des Blogs schon geplant irgendwann damit Geld zu verdienen oder war es ein reines Hobbyprojekt von Dir?

Mein Blog war damals ein reines Hobbyprojekt. Ans Geldverdienen habe ich nicht gedacht.

Zu meiner großen Überraschung interessiert das was ich da fabriziere doch verdammt viele Leute

Und dann wurde der Blog plötzlich von Woche zu Woche immer größer. Bei wievielen Besuchern pro Monat stehst Du denn aktuell zur Hauptjahreszeit des Grillens mit Sommer und Fussball-EM?

Zu meiner großen Überraschung interessiert das was ich da fabriziere doch verdammt viele Leute und BBQPit wächst weiterhin sehr stark. Die Sommermonate sind sicherlich die stärksten Monate und momentan habe ich rund 750.000 Seitenaufrufe von 350.000 Besuchern monatlich.

Wann war der Zeitpunkt als Du gemerkt hast, dass das ganze Projekt doch wesentlich größer werden könnte als ein kleiner privater Liebhaberblog zum Thema BBQ?

Das kann ich gar nicht so genau sagen, da es ja ein fließender Übergang ist. Es ist ja nicht so, dass auf einmal der Tag X da war und BBQPit.de für die Leser interessant wurde. Es ist ein stetiges Wachstum, was bis heute anhält. Wobei es auch noch heute mein privater Liebhaberblog zum Thema BBQ ist. 😉

Wenn ich mir meine Beiträge von vor 3-4 Jahren so ansehe, dann frage ich mich ernsthaft: Wie konnte das überhaupt jemand gut finden?

Im Laufe der Zeit ist das Bloggen als Solches bei Dir dann auch immer professioneller geworden. Wie hast Du Dich hier im Laufe der Zeit weiterentwickelt bzgl. Artikel schreiben, professionelle Bilder machen, neue Gerichte entwerfen, etc.?

Ich habe mittlerweile rund 500 Artikel auf BBQPit.de veröffentlicht und ich finde es selbst erstaunlich, wie sich die Artikel verändert haben. Wenn ich mir meine Beiträge von vor 3-4 Jahren so ansehe, dann frage ich mich ernsthaft: Wie konnte das überhaupt jemand gut finden? 150 Wörter, 15 Fotos, keine Struktur. Ich habe damals einfach drauflos geschrieben und diese Artikel sind teilweise jetzt noch genau so online, da ich noch nicht dazu gekommen bin, diese Artikel auf den heutigen Stand zu bringen.

Natürlich schreibe ich heute anders, lege mehr Wert auf gute Fotos und optimiere hier und dort. Und dennoch sollte es authentisch bleiben. Alles was ich veröffentliche kann der Leser genau so auch selber hinbekommen. Meine Rezepte gelingen, die Fotos sind nicht zu professionell, sondern wirklich so wie ich es gegrillt habe. Ich bin niemand der sein Titelbild 20 Minuten ausdekoriert, damit es ein tolles Fotos wird.

Wieviele Stunden brauchst Du für einen Artikel inkl. Rezept überlegen, Zutaten besorgen, Grillen und Fotos machen sowie dem anschließenden Schreiben des Beitrags? Oder bündelst Du Aufgaben für mehrere Artikel? Z.B. einmal den Grill anschmeißen und direkt mehrere Dinge für unterschiedliche Gerichte auf einmal grillen?

Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt Rezepte, die recht schnell von der Hand gehen und es gibt auch umfangreiche und aufwendige Rezepte, da sitzt man schonmal einen ganzen Tag oder noch länger dran. Ich bin da auch generell recht flexibel und mache da keine Pläne, wann was fertig sein muss. Teilweise habe ich hier noch 2 Jahre altes Fortomaterial, wozu ich noch keinen Artikel geschrieben habe.

Und im Marketingbereich? Warst Du hier schon vorher bewandert? Vor allem SEO wird bei Dir doch ein wichtiger Aspekt sein. Für Keywords wie z.B. “Hamburger Brötchen” rankst Du mit Deinem Rezept für die perfekten Hamburger Brötchen (die ich im übrigen allen nur wärmsten empfehlen kann 🙂 ) sogar vor Chefkoch.de. Betreibst Du aktiv SEO oder brauchst Du das gar nicht, weil guter Content von sich aus gut rankt?

SEO habe ich anfänglich nicht großartig beachtet. Ich habe einfach drauf los geschrieben und ich habe wohl seit Beginn an schon das Talent gehabt recht gut zu schreiben, wie Google es mag. Mittlerweile habe ich hier natürlich etwas mehr Wissen und ich achte auch mehr darauf, wie ich meine Texte schreibe. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass guter Content einfach das Entscheidende ist und sicherlich 80-90% ausmacht. Und das ist auch gut so!

Auch heute noch Versuche ich auf jede Anfrage individuell und persönlich zu antworten. Das ist sicherlich auch ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Auch Social Media ist bei Blogs sehr wichtig. Mit Facebook, Instagram, Twitter und Pinterest bist Du hier sehr breit aufgestellt. Wie wichtig ist Deiner Meinung nach Social Media für den Erfolg von BBQPit? Und ist vielleicht auch in Zukunft noch ein Youtube-Kanal geplant?

Die Social Media Plattformen sind in erster Linie dafür da, nahe an den Lesern zu sein und schnell auf Anfragen und Feedback zu reagieren. Auch heute noch Versuche ich auf jede Anfrage individuell und persönlich zu antworten. Das ist sicherlich auch ein wichtiger Erfolgsfaktor. Für den Traffic sorgt in erster Linie Google, aber dennoch ist Facebook und Co. sehr wichtig.

Mittlerweile hast Du sogar in Zusammenarbeit mit Ankerkraut zwei eigene Gewürzmischungen: Pit Powder* und Pit Powder Beef*. Wie ist es zu diesem Produkt gekommen? Bist Du aktiv auf die Jungs von Ankerkraut zugegangen und ist hier in der Zukunft noch mehr geplant?

Die Erfolgsgeschichte von BBQPit.de ist sehr eng mit der Erfolgsgeschichte von Ankerkraut verbunden. Ankerkraut-Inhaber Stefan Lemcke hat mich kurz nach seiner Firmengründung kontaktiert und gefragt, ob ich nicht mal seine BBQ-Rubs testen und ggf. verlosen würde. Zu diesem Zeitpunkt kannte die Firma Ankerkraut noch niemand und ich habe ihm dabei geholfen die Marke in der Grillszene bekannt zu machen.

Irgendwann hat mich Stefan dann gefragt, ob ich nicht Lust hätte meinen eigenen BBQ-Rub mit meinem Logo zu machen. Da habe ich natürlich nicht lange gefackelt und mich gleich daran gesetzt und einige Rezepturen gemacht. Auch da haben wir Trends gesetzt, denn Pit Powder war der erste BBQ-Rub eines Grillbloggers. Heute werden Rubs von Bloggern schon fast inflationär auf den Markt geworfen und jeder halbwegs bekannte BBQ-Blogger hat seinen eigenen Rub.

Mit Ankerkraut kooperiere ich weiterhin sehr eng und es wird Anfang 2017 wieder etwas Neues geben.

Darüber hinaus monetarisierst Du Deinen Blog durch Affiliate-Links und Direktvermarktung durch Bannerwerbung. Hast Du hier für die Zukunft weitere Ideen? Z.B. eigene Grill-Seminare oder digitale Produkte (z.B. Grill E-Book)? Oder sogar physische Produkte wie eigene Rubs, Marinaden, Grillwerkzeuge oder Grills? 🙂

Es gibt da einige Optionen. Nach Grill-Seminaren werde ich häufig gefragt, jedoch ist das für mich nicht der richtige Weg. Wenn ich Seminare gebe, fehlt mir diese Zeit wieder für BBQPit.de. Es wird sicherlich noch Einiges kommen, jedoch ist aktuell noch nicht die Zeit gekommen, die Katze aus dem Sack zu lassen. 😉

Was sind darüber hinaus Deine weiteren Zukunftspläne für den Blog selber? Gibt es da schon konkrete Ziele und Pläne für die nächsten ein zwei Jahre?

Aktuell bin ich sehr zufrieden damit, wie es läuft. Es gibt keinen Masterplan, wo ich die nächsten Jahren kontinuierlich geplant habe. Ich habe ein paar Ideen im Kopf, bei denen ich noch schauen muss, ob und wie sie sich umsetzen lassen. Es wird jedenfalls auch in den kommenden Jahren nicht langweilig.

Thorsten, schon einmal vielen Dank für diese tollen Insights zu diesem sehr schönen Projekt. Als Hobbygriller stöbere ich selber regelmäßig durch Deine Gerichte. Neben den besten Hamburgerbrötchen gehört vor allem der geplankte Lachs zu meinen absoluten Lieblingsgerichten. 🙂

In Teil 2 gehen wir ein bisschen mehr auf Dich und Deine unternehmerische Entwicklung ein.

 

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