Wer will schon etwas kaufen, das jeder hat, wenn doch die ganz individuelle Lösung wartet?

Das denken sich Gründer, die auf das Geschäftsmodell Mass Customization setzen.

2005 saßen drei junge Männer im Auto zusammen und haben den Werbespot eines bekannten Müsli-Herstellers im Radio gehört.

Fragen kamen auf: Wie kann man ein besseres Müsli mit besseren Inhaltsstoffen herstellen? Warum kann sich eigentlich nicht jeder sein eigenes Müsli, ganz nach individuellen Vorlieben, zusammenstellen?

Die Idee zu mymuesli war geboren! Müsli ist ein perfektes Mass Customization Produkt und die drei Gründer hatten den richtigen Riecher gehabt.

Der Trend ist immer noch ungebrochen und es werden immer wieder neue kundenindividuelle Angebote geschaffen. Von der Stange war gestern!


 

Professor Frank Piller (Lehrstuhl Technologie und Innovation, RWTH Aachen) geht davon aus, dass es drei von fünf Start-Ups nicht packen, die sich der Mass-Customization verschrieben haben.

Diese Quote halte ich für sehr niedrig. Wenn das so stimmt, ist die Erfolgsquote im Bereich Mass-Customization sehr hoch, was das Potential dieses Geschäftsmodells untermauert.

Ein Beispiel wie es bergab gehen kann und der Wiederaufstieg trotzdem gelingt ist MyParfum.

MyParfum ist aufgrund der wechselhaften Gründerstory neben mymuesli eines der prominentesten Mass-Customization Beispiele der letzten 10 Jahre in Deutschland.

Das Hype-Start-Up wurde 2009 gegründet und mit massiven finanzellen Mitteln rauf und runter beworben. Es sollte durch individuelle, im Online-Shop zusammenstellbare, Parfums den Parfummarkt revolutionieren.

Doch nach dem Hype kam die Pleite.

Die Gründer kauften die Firma schließlich aus der Insolvenzmasse zurück.

Das Geschäft wird nun unter dem Namen Unique Fragrance vermarktet und zielt neben Privatkunden vor allem auf Geschäftskunden.

Somit können sich Unternehmen eigene Parfums erstellen lassen. Das Kundenportfolio reicht dabei von Modemarken bis zu einem holländischen Wurstfabrikant.

4 Gründe, warum Mass-Customization so gut ankommt

Es gibt einige gute Gründe, warum das Geschäftsmodell Mass-Customization interessant ist und bleibt:

  1. Vor allem die Jüngeren sind es gewohnt, individuell zugeschnittene Angebote zu konsumieren. Das fängt bei Serien und Filmen an. Konsumiert wird on-demand, unabhängig von Zeit und Ort. Das Gleiche gilt für Musik, jeder stellt sich eigene Playlists zusammen. Kunden sind individualisierte Leistungen gewohnt und wollen diese haben.
  2. Etablierte Online Händler haben einen schweren Stand gegen E-Commerce Riesen und müssen sich außerdem von anderen Online-Händlern abheben. Mass Customization bietet die Möglichkeit, ein ganz anderes Kundenerlebnis zu schaffen.
  3. Neue Technologien ermöglichen erst den Trend. Individuelle Produktkonfiguration im Internet wie bei mymuesli ist zwar ein alter Hut. Durch 3D-Druck kommen aber ganz neue Möglichkeiten ins Spiel, um die Herstellung weiterer Produkte zu individualisieren. Und zwar für solche Produkte, bei denen das bislang nicht möglich oder zu teuer war.
  4. Customer Experience is King! Der Vorgang der Individualisierung ist laut Professor Piller das, was die Kunden am meisten reizt. Es ist gar nicht mal so, dass Kunden unbedingt das erstellte Produkt viel besser finden als ein herkömmliches. Die Individualisierung vor dem Kauf ist das, was den Einkauf zum Erlebnis macht. Und für dieses Erlebnis geben Kunden Geld aus. Eine amerikanische Firma bietet individualisierbare Teddybären an. Der Teddybär wird am Ende auch nicht häufiger benutzt als anderes Spielzeug. Aber der Individualisierungsvorgang macht so viel Spaß, dass Eltern mit ihren Kindern dafür locker eine Stunde im Laden verbringen (müssen).

Übrigens: Bei Mass-Customization sind deutsche Start-Ups führend. Der Trend der Lebensmittelindividualisierung wurde in Deutschland geprägt und auch bei der Individualisierung von Mode sind deutsche Firmen weit vorne.

Was macht ein erfolgreiches Mass-Customization Business aus?

Laut Frank Piller bietet der Lebensmittel Markt immer noch viel Potential für neue Geschäftsideen. Ebenfalls ist Mode interessant. Ein neuer Trend ist die Individualisierung von Dienstleistungen, z.B. indem der Kunde sich mit einem Versicherungskonfigurator seine Haftpflichtversicherung selber zusammenstellt. Der Kunde lernt während der Individualisierung die einzelnen Versicherungsleistung wirklich kennen und kauft nicht einfach ein Gesamtpaket.

Und auch der erwähnte 3D Druck ermöglicht ganz neue Ideen! Das Unternehmen Bobby Tailor produziert maßgeschneiderte Luxus Bobby Cars. Die Alufelgen, Radkappen, das Cockpit und andere Teile werden dabei mittels 3D Druck erzeugt.

Große Firmen tun sich schwer: Mehr Chancen für Startups

Große Firmen mit etablierten Marken tun sich schwer mit kundenindividuellen Produkten.

Deshalb bieten sich hier große Chancen für alle, die etwas Eigenes starten wollen.

Eine der wenigen Ausnahme ist Coca Cola und bietet in den USA individuelle Drinks an.

Aus über 100 vorgefertigten Getränken kann sich jeder seine eigene Coke kreieren. Die individualisierbaren Getränke werden in Restaurents als besonderes Highlight angeboten.

Cherry Coke meets Coke Zero mit extra viel Koffein, wenn das mal kein guter Start ist.

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