Wie oft habe ich schon diese Aussage gehört: „Ich will mich auch selbstständig, aber ich habe keine Idee“. Für viele scheint es eine mysteriöse Fähigkeit zu sein, eine Geschäftsidee zu haben und umzusetzen. Etwas, dass man kann oder eben nicht kann. Doch es ist ganz anders, denn die meisten Ideen sind keine „Rocket Science“ und auch nicht die Grundlage für das nächste 1-Milliarde-Dollar Business. Geschäftsideen zu finden, mit denen Du durchstarten kannst, ist ein Kreativprozess gepaart mit Analyse und Recherche. Das kann jeder lernen!


 

Ganz wichtig ist die Abgrenzung einer Geschäftsidee zum Geschäftsmodell. Ein Geschäftsmodell sagt aus, wie mit etwas Geld verdient wird. Bei einer Geschäftsidee geht es darum, was Du konkret tun willst.

Wenn Du einen Shop für Damen- und Herrensocken in Übergrößen erstellen willst, ist das eine Geschäftsidee.

Das Geschäftsmodell ist hierbei, über das Internet Handel zu betreiben – also E-Commerce. Ein zweites Standbein wäre, dass Du Kunden auf zusätzliche passende Angebote wie Schuhe in Übergrößen von anderen Anbietern weiterleitest und eine Provision pro Verkauf bekommst – das ist Affiliation. Außerdem könntest Du eine Kollektion unter eigener Marke produzieren lassen und in Deinem Online-Shop, aber auch über weitere Online-Marktplätze wie Amazon verkaufen – das zugehörige Geschäftsmodell dafür ist Private Labeling.

Wer etwas haben möchte, was er noch nie gehabt hat, muss etwas tun, was er noch nie getan hat.

Beschäftige Dich mit Geschäftsmodellen

Verschaffe Dir einen Überblick über die gängigen Geschäftsmodelle. Ein weiteres Modell, das ich nicht erwähnt habe, ist Mass Customization. Dabei dreht sich alles um die persönliche Zusammenstellung eines Produkts, so dass jeder Kunde seine eigene individuelle Variation erhält. Das bekannteste Beispiel ist mymuesli. Bei mymuesli kannst Du Dir Dein Lieblingsmüsli selber zusammenmixen.

Warum erwähne ich das? Weil Du einen guten Überblick über gängige Modelle haben solltest und Dir dann anschauen solltest, welche Geschäftsideen es gibt, die auf bestimmten Modellen basieren. Beschäftige Dich in Deinem Alltag damit. Überlege Dir, welche Dienste und Produkte Du nutzt und wie diese funktionieren. Was sind die Geschäftsmodelle hinter den Ideen? Gibt es vielleicht Dinge, die dort nebenbei dem Kunden angeboten werden und, die Du bisher gar nicht bewusst wahrgenommen hast?

Je mehr Du Dich damit beschäftigst, umso mehr Dinge werden Dir auffallen und Du wirst ein besseres Gefühl für bestehende Geschäftsideen bekommen.

Inspiration und Ideenbuch

Der vorherige Abschnitt sagt es schon aus, worum es geht: Inspiration. Es gibt viele Situationen, in denen man Ideen aufschnappen kann. Ein Freund oder Kollege fragt sich vielleicht, wo er dieses oder jenes herbekommt oder beschwert sich, dass ein bestimmtes Angebot im Internet überhaupt nicht gut funktioniert.

Frage Dich, ob man Dinge vereinfachen kann, die Du selbst benötigst? Das können auch kleine Sachen sein. Die Geschäftsidee von Blacksocks war, dass viele Menschen schwarze Socken tragen und diese alle paar Monate ersetzen müssen. So kam die Idee auf, schwarze Socken im Abo anzubieten, so dass man sich nicht mehr darum kümmern muss.

Beschäftige Dich außerdem mit anderen Preneuren, Blogs und Videos, die mit Selbstständigkeit zu tun haben. Lese die Artikel bei PRENEUR.DE und suche zusätzlich nach anderen Inspirationsquellen im Internet.

Es kann sein, dass sich am Anfang nicht viel tut, aber Du wirst merken, dass Dir nach und nach mehr Geschäftsideen einfallen. Gib Dir deshalb viel Zeit. Manche Ideen sind gut, manche schlecht, aber das ist egal.

Fang an, ein Ideenbuch zu schreiben. Das kann auf Papier sein, an einem White Board oder in einem Textdokument – wie es für Dich am einfachsten ist. Ich selber habe mir immer wieder vorgenommen, ein Ideenbuch zu schreiben und auch ein paarmal damit angefangen. Ich habe es zwar nie konsequent am Stück durchgezogen und alle Ideen über Jahre notiert, aber bei jedem Anlauf habe ich einen besseren Blick auf die Ideen bekommen und mir sind zusätzliche Dinge beim Schreiben eingefallen. Schreiben und Visualisieren hilft ungemein.

Recherche ist die halbe Miete

Recherchiere viel und guck Dir an, was andere machen. Wenn Du eine Idee hast, such danach, damit Du einen Überblick bekommst, was es in dem Bereich schon gibt. Natürlich wirst Du viele Ideen wieder von Deiner Liste streichen, wenn der Wettbewerb schon zu groß ist. Lass Dich aber nicht komplett vom Wettbewerb abschrecken. Das meiste gibt es mehrmals und das Rad erfindet kaum einer neu. Wenn Du merkst, dass andere Anbieter aus Deiner Sicht vieles falsch machen, oder es insgesamt nur wenige Anbieter gibt, gib die Idee nicht direkt auf.

Schreibe Deine Erkenntnisse zusätzlich in Dein Ideenbuch. Das gibt Dir neben der Übersicht auch das Erfolgserlebnis, dass Du weitergekommen bist.

Geschäftsideen ausloten

Eine ganz wichtige Kennzahl ist das Suchvolumen der zu Deiner Idee passenden Suchbegriffe (Keywords) bei Google. Anhand dessen kannst Du abschätzen, wie gefragt etwas ist und das Suchvolumen ins Verhältnis zu den angenommenen Einnahmen und zur Anzahl der Konkurrenten setzen. Auch bei Geschäftsideen, die nicht digital sind, ist das Suchvolumen zu passenden Begriffen eine interessante Auskunft.

Dafür gibt es den Google AdWords Keyword Planner, welcher kostenlos von Google angeboten wird.

Bei „kleinen“ Geschäftsideen ohne hohe Kosten reicht das oft schon aus. Gehe den nächsten Schritt, mehr als schief gehen kann es nicht. Du kannst Dir jederzeit ein neues Projekt suchen, wenn Du merkst, dass es nicht klappt.

Wenn Du Dir aber sehr unsicher bist oder für die nächsten Schritte mehr Geld in die Hand nehmen oder viel Zeit investieren musst, gibt es eine spannende weitere Möglichkeit zum Ideentest:

Pretotyping für schnelles Feedback
Pretotyping für schnelles Feedback

Es handelt sich um das sogenannte Pretotyping nach dem Motto „Fake it before you make it“. Angenommen, Du hast eine Idee für einen Online-Shop zu einem bestimmten Produkt, bist Dir aber unsicher, ob die Kunden es wollen. Erstelle eine Mini-Webseite – ob Du Dich mit der Webseitenerstellung auskennst oder nicht ist egal, nimm sonst einen Webseitenbaukasten oder such Dir jemanden.

Diese Webseite besteht nur aus einer Seite, einem kurzen Text, einem schönen Bild passend zu Deinem geplanten Angebot und einem Feld zum Hinterlegen einer E-Mail Adresse. Auf der Webseite steht, dass das Produkt in Kürze erscheint und Du allen, die sich vorab in die E-Mail Liste eintragen, einen Rabatt von, sagen wir mal, 25% gewährst. Nun melde Dich bei Google AdWords an und erstelle ein paar Anzeigen, passend zu Deinen Suchbegriffen. Lade das AdWords Konto mit einem kleineren Betrag auf und los geht’s. In wenigen Tagen oder Wochen kannst Du nachschauen, wie viele Personen ihre E-Mail bei Dir hinterlegt haben. Dadurch hast Du eine Marktanalyse und sogar erste potentielle Kunden 🙂

Wann ist der Zeitpunkt zum Starten?

Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Also warte nicht darauf.

Angehende Preneure haben oftmals schon eine Idee und wollen noch abwarten. Vielleicht ist gerade viel auf der Arbeit los oder irgendwas anderes kommt dazwischen. Merke Dir, dass es keinen perfekten Zeitpunkt gibt. Es gibt immer irgendwelche anderen Dinge, die zu tun sind oder jetzt gerade nerven. Leg einfach los und wenn Du erst einmal nur 2-3 Stunden pro Woche an Zeit investiert. Alles ist besser als die Füße hochzulegen.

Hierfür braucht man keine Idee – Franchise und Unternehmensnachfolge

Diese beiden Möglichkeiten sind zwar nicht im Fokus von PRENEUR.DE, aber trotzdem will ich es nicht unterschlagen. Niemand sagt, dass Du unbedingt eine eigene Geschäftsidee brauchst, um ein Preneur zu werden. Du kannst auch Franchisenehmer werden oder eine Unternehmensnachfolge angehen. Für letzteres gibt es Portale im Netz, die Dir weiterhelfen. Beides hat aber einen Nachteil, denn es ist kapitalintensiv. Für junge Gründer daher eher schwierig, aber wenn Du Berufserfahrung mitbringst und das Risiko nicht scheust, warum nicht.

Hast Du noch mehr Tipps, wie man seine Geschäftsidee finden kann? Lass es uns wissen.

 
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Hi, ich bin Eric und einer der beiden Gründer von PRENEUR.DE. Mit PRENEUR.DE will ich dabei helfen, die eigene Gründerpersönlichkeit zu formen und dabei selber eine Menge lernen. Ich selbst bin derzeit als Interim Product Owner selbstständig. Wenn ihr mehr erfahren wollt, schaut unter Über uns nach oder bei ericsalbert.de vorbei.

1 KOMMENTAR

  1. Hallo Eric, spannendes Thema „Geschäftsideen finden“ und aktueller denn je. Falls du dazu noch mehr Input brauchst, schau doch mal bei mir vorbei 😉 Grüße David

     

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