In Teil 1 haben wir bereits mit Unternehmer und Digitalen Nomaden Mischo Kopac über sein Business Lebenslauf Designs gesprochen. In Teil 2 sprechen wir mit Mischo über Digitales Nomadentum und ihn als Unternehmer.


 

Hi Mischo, im zweiten Teil gehen wir auf Dich als Digitalen Nomaden ein, Dein Selbstmanagement und wie Du Dich motivierst.

Wie bist Du mit dem Digitalen Nomadentum in Berührung gekommen und was reizt Dich besonders an dem Lifestyle?

Wie so viele habe ich die 4-Hour-Workweek von Tim Ferris gelesen. Die Idee eines eigenen Unternehmens, dessen tägliches Geschäft sich soweit automatisieren lässt, dass man sich seine Zeit frei einteilen kann, hat mich nicht mehr losgelassen. Dabei hat mich weniger die Möglichkeit zum Reisen und ortsunabhängigen Arbeiten motiviert, sondern mehr die Rückeroberung meiner Lebenszeit und Entscheidungsfreiheit.

Das großartige an dem Lifestyle: Ich kann nach meinen Bedürfnissen entscheiden wann, wo, wieviel und woran ich arbeite und mich auch auf Ziele konzentrieren, die kein Geld einbringen.

Das Reizvolle am Digitalen Nomadentum ist die Abwechslung und die vielen neuen Impulse. Man trifft ständig neue interessante Menschen, lernt Kulturen kennen, erlebt die Welt und verdient dabei Geld. Teilweise ist das auch sehr anstrengend, aber wer die Herausforderung liebt, dem wird der Lifestyle gefallen.

Hast Du noch eine Wohnung in Berlin als Homebase oder verzichtest Du komplett auf einen eigenen festen Wohnsitz und mietest Dir spontan auf Zeit was an?

Ich habe meine Wohnung in Berlin aufgegeben, da meine Wohnsituation eh ein Upgrade nötig hatte. Wenn ich wieder da bin, werde ich etwas Neues finden.

Ist der Lifestyle als Digitaler Nomade für Dich etwas langfristiges oder kannst Du Dir vorstellen, dass Du irgendwann wieder einem geregelten Lebensstil vor Ort nachgehst?

Die meisten digitalen Nomaden, die ich bisher kennengelernt habe, gehen einem geregelten Lebensstil nach, nur eben an verschiedenen Orten der Welt. Der Coworking-Space auf Bali ist am Wochenende fast genauso leer wie das Großraumbüro in Berlin.

Die Frage ist für mich, ob ich mir langfristig vorstellen kann meinen Arbeits-/Wohnort regelmäßig zu wechseln. Wenn sich dieser Lifestyle mit einer Familienplanung vereinbaren lässt (und dazu gibt es einige positive Beispiele), dann kann ich mir das vorstellen. Es hat aber auch seine Nachteile, wie im nächsten Punkt angesprochen. In jedem Fall ist es mir wichtig regelmäßig längere Reisen zu machen, um flexibel zu bleiben.

Kritiker sagen, dass das Digitale Nomadentum ein übertriebener Hype ist und die Nachteile unterschlagen werden. Durch das viele Reisen verliert man den Bezug zu seinen Freunden und verpasst viele Dinge in der Heimat. Du hast ja gerade erst mit diesem Lifestyle angefangen. Dennoch: Was ist Deine Meinung dazu?

Ich denke da ist etwas Wahres dran. All die modernen Kommunikationstechnologien können den persönlichen Kontakt nicht ersetzen – der Bezug zu Freunden und Familie nimmt also ab. Das kann auch dazu führen, dass man sich als digitaler Nomade manchmal einsam fühlt. Aber das hat auch Vorteile: Man lernt das was man zu Hause hat mehr zu schätzen, wird gezwungen neue, großartige Menschen und Erfahrungen in sein Leben zu ziehen, gewinnt etwas Abstand zur Heimat und bekommt so eine neue Perspektive. Ich denke das kann den Bezug zur Heimat sogar stärken, wenn man wiederkommt.

Selbst- und Zeitmanagement sind extrem wichtig, gerade wenn man ortsunabhängig arbeitet und kein festes Büro als Anlaufstelle hast. Wie organisierst Du Dich selbst? Benutzt Du bestimmte Tools oder Apps zum Selbstmanagement?

Ich habe eine Morgenroutine, die mir einen guten Start in den Tag gibt. Teil dieser ist es die Ziele des Tages zu definieren und mit dem Wichtigsten zu beginnen. Dann fange ich an zu arbeiten und versuche nichts anderes zu machen, was mich diesen Zielen nicht näher bringt. Zwischendurch mache ich kleine Pausen und reflektiere über den Fortschritt des Tages und meine Arbeitsleistung, um noch effektiver zu werden. Ich sammle neue Ideen in einer simplen Notiz-App oder setze mir Reminder über Gtasks, um sie erstmal aus meinem Kopf zu bekommen. Ich habe langfristige und kurzfristige Pläne für mein Business und meine persönliche Entwicklung, die ich immer wieder erneuere.

Wie hast Du es geschafft, in den Jahren, in denen Du das Projekt erst einmal aufbauen musstest, motiviert zu bleiben? Was hilft Dir am meisten? Visualisierst Du Deine Ziele und Visionen? Tauschst Du Dich regelmäßig mit Gleichgesinnten als Sparringspartner aus? Gibt es andere Dinge, die Dir helfen?

Ich hatte (fast) jeden Tag Spaß an dem was ich tat und langfristig hat es Sinn für mich gemacht – diese beiden Faktoren haben mich motiviert gehalten. Auch in Aufgaben, die mir keinen Spaß gemacht haben habe ich meist etwas gefunden, um sie zu einer in sich befriedigenden Tätigkeit zu machen. Ich war voll von meiner Vision überzeugt und habe mir regelmäßig deutlich gemacht, wo ich hin will und warum ich das mache – teilweise auch lautstark zu Hause vor dem Spiegel. Das elektrisierende Gefühl am Ende eines produktiven Tags für die persönlich wichtigsten Ziele ist bis heute, was mich antreibt.

Austausch mit anderen war auch wichtig, um auf neue Gedanken zu kommen. Außerdem habe ich versucht immer einen Ausgleich zu meinem Projekt zu haben. Zum einen hatte ich den durch meine Teilzeitjobs. Zum anderen durch Freizeitaktivitäten wie Theaterspielen oder Tanzkurse.

Viele träumen, aber machen nicht. Welchen Tipp kannst Du jemanden geben, der es einfach nicht schafft, mit seinem Projekt loszulegen und es anzupacken?

Du musst bereit sein Dinge zu opfern, um genügend Zeit auf Dein Projekt zu fokussieren.

Die 3 besten Bücher (oder Blogs, YouTube Channels etc.) für Preneure?

50 Success Classics von Tom Butler Bowden

4-Hour-Workweek und die Tim Ferris Show (Podcast)

Steve Jobs Biografie von Walter Isaacson

3 Orte, die du unbedingt bereisen willst?

Japan, Mexiko, Melbourne im Sommer

Mischo, vielen Dank für die spannenden Insights und alles Beste weiterhin! Hast Du abschließend noch einen Tipp oder etwas, dass Du mit unseren Lesern teilen willst?

Mache jeden Tag was für dein Ziel – egal wie klein es ist.

 

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