Auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen ist im ersten Schritt ein guter Businessplan unerlässlich. Dieser dient nicht nur in der externen Kommunikation mit potentiellen Partnern und Investoren dazu, dass sich der Geldgeber einen schnellen und übersichtlichen Überblick über Idee, Gründerteam, Markt, Chancen und Gefahren sowie Absatz- und Umsatzpotentiale machen kann. Nein auch Du oder ihr als Gründer sollt die Erstellung eines Businessplanes ernst nehmen, um selbst einen besseren Überblick über die Idee und den relevanten Markt zu erhalten und ein besseres Gefühl für Marktpotentiale und Liquiditätsbedarf zu erhalten.

Hier auf PRENEUR.DE erhälst Du einen kompletten und sehr detaillierten Überblick und eine genaue Schritt für Schritt Anleitung, wie Du einen perfekten Businessplan erstellen kannst, wie er gegliedert sein sollte und welche Zahlen Du für den Businessplan aufbereiten musst. Für den wichtigen Finanzteil des Businessplans werden wir Dir kostenlos ein umfangreiches Excel-Tool zur Erstellung und einfachen Berechnung aller relevanten Finanzdaten zum Download bereit stellen!


 

Hinweis: Da dieser Artikel sehr detailliert das Thema Businessplan Erstellung behandeln soll, werde ich ihn nicht an einem Stück runter schreiben, sondern Schritt für Schritt in der nächsten Zeit erweitern.
Übersicht

1. Einleitung

2. Warum Du einen Businessplan erstellen solltest

3. Businessplan vs. Pitch Deck vs. Business Model Canvas

4. Das muss alles in Deinen Businessplan hinein

5. Der Finanzteil – Das Herzstück jeden Businessplans (inkl. Vorlage zum Download)

6. kostenlose Expertenhilfe: Businessplan- und Gründerwettbewerbe nutzen

1. Einleitung

Eines vorweg. Eine genau definierte Struktur für einen Businessplan gibt es nicht. Würde man sich die Vorlagen von zehn deutschlandweiten Businessplan-Wettbewerben anschauen, so bekäme man zehn verschiedene Inhaltsverzeichnisse für einen guten Businessplan.

Wir selber haben für unser erstes Projekt Lingoschools an drei verschiedenen Businessplanwettbewerben teilgenommen. Darüber hinaus benötigten wir einen detaillierten Businessplan nach einer speziellen Vorlage für das EXIST-Gründerstipendium. Später brauchten wir für unsere Verhandlungen bzgl. Venture Capital und unsere Crowdfunding-Kampagne sehr detaillierte Businesspläne.

Für die unterschiedlichen Ereignisse mussten wir immer wieder unseren Businessplan umschreiben, erweitern und optimieren. Am Ende ist ein Businessplan entstanden, mit dem wir sehr zufrieden waren und mit dem wir es geschafft haben einen Venture-Capital-Geber von unserem Konzept und uns als Team zu überzeugen. Diesen Aufbau und die nötigen Inhalte in den jeweiligen Kapiteln werden wir Dir hier Schritt für Schritt aufzeigen, so dass Du für Dein Projekt eine perfekte Businessplan Vorlage hast.

2. Warum Du einen Businessplan erstellen solltest

Ein Businessplan eignet sich nicht nur für Gründer und Unternehmer, die an einer Finanzierung für ihr Unternehmen interessiert sind. Ein Businessplan erlaubt es einem strukturiert seine Projektidee genau zu durchleuchten und zu planen. Man lernt genau den Markt und den Wettbewerb kennen und macht sich gezielt Gedanken über potentielle Risiken, aber auch Chancen. Hier sind die wichtigsten Gründe, warum auch Du für Deine Idee einen Businessplan erstellen solltest:

1. Ein Businessplan gibt Dir einen Gesamtüberblick über Dein Projekt

Wer kennt es nicht. Man hat eine Idee und ist davon Feuer und Flamme. Man verliebt sich so sehr in seine Idee, dass man objektiv gar nicht mehr betrachten kann, wie realistisch die Umsetzung ist. Durch die Erstellung eines detaillierten Businessplans bist Du gezwungen Dich mit allen wichtigen Aspekten Deines Businesses zu beschäftigen. Wurde die Idee schon von anderen umgesetzt? Wie viele Konkurrenten gibt es? Wie groß ist der Markt? Gibt es überhaupt einen Markt? Wie können wir das Projekt vermarkten? Wie können wir es monetarisieren? Auf diese Fragen und viele weitere suchst Du bei der Erstellung Deines Businessplans nach Antworten.

2. Ein Businessplan gibt Dir einen Fahrplan

Ein Businessplan hilft Dir nicht nur dabei den Markt- und Wettbewerb genau kennen zu lernen, sondern ist auch eine Art Projektplan in dem Du vor allem für das erste Geschäftsjahr detailliert beschreibst, welche Aufgaben und Meilensteine geplant sind. So entwickelst Du einen genauen Fahrplan, nach dem Du alle wichtigen Aufgaben angehen kannst und Dich nicht im Wust so vieler wichtiger und neuer Aufgaben verzettelst.

3. Sich anhand des Businessplans richtig positionieren

Durch den Businessplan erhältst Du meist erst genau ein Bild davon wie der Markt und Wettbewerb für Deine Branche aussieht. Das gibt Dir die Chance alle Konkurrenten zu scannen und deren Eigenschaften und USPs (Unique Selling Proposition – Alleinstellungsmerkmal) zu ermitteln. Auf dieser Basis kannst Du Dir viel gezielter überlegen, was Dein USP am Markt ist und kannst Dich so wesentlich besser am Markt positionieren.

4. Anhand eines guten Businessplans überzeugst Du potentielle Geldgeber von Deinem Projekt

Natürlich ist auch die Suche nach potentiellen Geldgebern ein wichtiger Grund zum Erstellen eines guten Businessplans, denn ohne einen Businessplan geht im Bereich der Unternehmensfinanzierung gar nichts und da ist es auch völlig egal, ob es sich um Fremdkapital in Form von Gründerdarlehen handelt oder um Eigenkapital in Form von Venture Capital. Der Businessplan stellt immer die Grundlage von Verhandlungen. Wenn Du hier nicht einen sehr guten und detaillierten Businessplan vorlegen kannst und alle Zahlen plausibel erläutern kannst, wirst Du keine Finanzierung abschließen können, denn ein gut erstellter Businessplan lässt auch Rückschlüsse auf das Gründerteam zu.

5. Der Businessplan dient Dir als Controlling-Instrument

Ein Businessplan ist kein Dokument was man einmal vor der Gründung erstellt und dann in der Schublade verstauben lässt. Einen Businessplan muss man pflegen und aktuell halten. Darüber hinaus ist er auch das perfekte Controlling Instrument und dient Dir als Soll-/Istvergleich, um zu sehen, ob sich die Realität genauso entwickelt hat, wie Du sie im Vorfeld geplant hast. Das wird nie der Fall sein. Wichtig ist auf unvorhersehbare Entwicklungen rechtzeitig zu reagieren und den Businessplan anzupassen.

6. Businessplan als Möglichkeit zur Teilnahme an Businessplanwettbewerben

Darüber hinaus bietet Dir ein Businessplan die Möglichkeit an diversen Gründer- und Businessplanwettbewerben teilzunehmen. Neben interessanten Preisgeldern sind vor allen die kostenlosen Beratungen und Hilfen der Experten der einzelnen Wettbewerbe Gold wert. So werden die meisten Gründerwettbewerbe durch ein eigenes Netzwerk aus Experten verschiedener Branchen begleitet, die die potentiellen Gründer zu Rat ziehen können. Das spart im Gründungsprozess viel Ärger und Geld. Am Ende dieses Artikels werde ich Dir einige Businessplanwettbewerbe vorstellen.

3. Businessplan vs. Pitch Deck vs. Business Model Canvas

Neben dem klassischen Businessplan gibt es weitere Möglichkeiten seine Geschäftsidee schriftlich darstellen zu können. Etabliert haben sich dabei zum einen das Business Model Canvas und das Pitch Deck. Der Businessplan stellt dabei die mit Abstand detaillierteste Darstellungsmethode dar.

Das Business Model Canvas lässt einem auf einem Blatt seine Geschäftsidee in den neun wichtigsten Bereichen relativ kurz und schnell analysieren. So kann man schnell zu einer Entscheidung kommen, ob die Geschäftsidee es wert ist weiter Energie hinein zu stecken. Dabei dient das Business Modell Canvas nicht für die Kommunikation mit externen Geldgebern, sondern dient lediglich dem Gründer selbst sich seiner Geschäftsidee mehr bewusst zu werden. Es ist ein sehr guter Schritt bevor man sich an einen richtigen Businessplan setzt, um die Geschäftsidee zu evaluieren. Das Business Model Canvas kann aber natürlich ein Bestandteil des späteren Businessplans zur Visualisierung des Geschäftsmodells sein.

Ein Pitch Deck unterscheidet sich wiederum vom Businessplan vor allem in der optischen Aufmachung. Dient ein Businessplan dazu die gesamte Geschäftsidee und das Gründerteam detailliert anhand Text, Zahlen und Grafiken darzustellen, soll ein Pitch Deck wie der Name schon verrät die Geschäftsidee wie einen kurzen Pitch präsentieren. Vor allem Venture Capital Geber haben täglich hunderte Businesspläne auf dem Schreibtisch liegen. Hier einen Überblick über potentiell gute Geschäftsideen zu erhalten ist fast unmöglich. Aus diesem Grunde fordern viele VCs im ersten Step erst ein Pitch Deck an, in dem meist als Präsentation auf 10 bis 15 Slides die wichtigsten Informationen aus dem Businessplan visualisiert werden. So kann sich ein VC einen viel schnelleren und verständlicheren Überblick über Idee, Gründer, Markt und Finanzen machen und erst bei größerem Interesse sich den detaillierten Businessplan anfordern.

Auf welche Inhalte Du nun beim Businessplan erstellen genau achten solltest erfährst Du jetzt.

4. Das muss alles in Deinen Businessplan hinein

Ein detaillierter Businessplan besteht aus unterschiedlichen Abschnitten und Kapiteln. Von einer kurzen Zusammenfassung aller relevanter Daten – der sogenannten Executive Summary – über die Beschreibung der Geschäftsidee, dem Gründerteam, der Markt- und Wettbewerbssituation über einen großen Finanzteil zum Ausblick und der Vision sollte dabei ein roter Faden zu erkennen sein. Dabei kannst Du Dich grob an folgende Seitenzahlen der einzelnen Kapitel halten:

Executive Summary

Die Executive Summary ist die Zusammenfassung Deines Businessplans. Hier fasst Du auf zwei bis drei Seiten die wichtigsten Fakten zusammen. Viele Geldgeber erhalten täglich eine so große Anzahl an Businessplänen, dass sie gar nicht in der Lage sind alle Businesspläne detailliert durchzulesen. Oft lesen sie deshalb in einem ersten Screening nur die Executive Summary durch. Kannst Du hier nicht direkt mit Deiner Idee, Dir und Deiner Vision überzeugen, landet Dein kompletter Businessplan ungelesen im Papierkorb.

Das zeigt, welchen Stellenwert die Executive Summary bei der Erstellung Deines Businessplans haben muss. Die Executive Summary erstellst Du natürlich ganz zum Schluss, wenn der restliche Businessplan komplett fertig ist. In der Reihenfolge wird die Executive Summary aber trotzdem ganz an den Anfang gestellt und eröffnet somit den Businessplan.

Folgende Fragestellungen sollten in Deiner Executive Summary beantwortet werden:

Leitfragen Executive Summary
  • Was ist Deine Geschäftsidee und das verwendete Geschäftsmodell? Ist die Idee einzigartig? Was sind die USPs?
  • Was ist der Nutzen für Deine Kunden?
  • Wer sind Deine Zielkunden?
  • Welche Wettbewerbssituation liegt vor?
  • Wie groß ist das Marktvolumen?
  • Wie sieht Deine Markteintrittsstrategie aus?
  • Welche Marketing- und Vertriebskanäle nutzt Du?
  • Welche Absatzzahlen sind geplant?
  • Wie soll die Geschäftsidee organisatorisch umgesetzt werden?
  • Welche Kompetenzen hat das Gründerteam?
  • Was sind die langfristigen Ziele? Was sind dabei die wichtigsten Meilensteine?
  • Welche Chancen und Risiken bestehen?
  • Wie sieht der Finanzbedarf aus? Wie ist die Umsatz-, Kosten- und Gewinnsituation?

Geschäftsidee

Wenn man die Executive Summary als vorgelagerte Zusammenfassung des Businessplans versteht, dann eröffnet die Beschreibung der Geschäftsidee offiziell den Businessplan. In einigen Gliederungen wird auch mit dem Gründerteam begonnen. Das Gründerteam ist zwar sehr wichtig, jedoch finde ich, dass die Beschreibung der Geschäftsidee als erstes doch mehr Sinn macht. So kann man dann im nächsten Kapitel beim Gründerteam direkt bestehende Kompetenzen zur Geschäftsidee verknüpfen.

Wichtig bei der Beschreibung der Geschäftsidee – und natürlich auch im weiteren Verlauf des Businessplans – ist die Verständlichkeit für den externen Leser. Es bringt Dir nichts, wenn Du eine super innovative hochtechnologische Idee hast, die die ganze Menschheit verändern kann, wenn Du nicht in der Lage bist diese Idee einer externen Person ohne Branchenkenntnisse in wenigen kurzen und einfachen Sätzen zu erklären. Wenn der potentielle Geldgeber die Idee nicht nachvollziehen kann, dann war es das mit der Kohle und Dein Businessplan landet erneut im Papierkorb.

Das Kapitel Geschäftsidee ist vom Umfang her natürlich abhängig von der jeweiligen Idee. Eine große Affiliate-Seite ist schneller erklärt als eine technische Neuentwicklung. Auch Skizzen, Bilder und Tabellen können den Umfang einzelner Kapitel stark ausweiten. Trotzdem gebe ich Dir als grobe Richtlinie vor, Deine Geschäftsidee in drei bis vier Seiten zu beschreiben. Denke generell daran: Ein Businessplan soll zwar detailliert alle wichtigen Fragen beantworten, aber einen 150 Seiten Businessplan will trotzdem keiner durchackern müssen. Deswegen achte darauf! Man neigt vor allem sehr oft dazu Passagen, Fakten und Vorteile immer wieder zu wiederholen. Wir konnten unseren Businessplan um insgesamt 10 Seiten kürzen nur weil wir doppelten Content beim Korrekturlesen Schritt für Schritt eliminiert haben.

Folgenden Fragestellungen solltest Du Dich in diesem Kapitel widmen:

Leitfragen Geschäftsidee
  • Was ist der Zweck Deines Vorhabens?
  • Was ist das Besondere an Deiner Geschäftsidee?
  • Was ist Dein kurz- und langfristiges Unternehmensziel?
  • Welches Produkt/welche Leistung willst Du herstellen bzw. verkaufen?
  • Start der Produktion/Dienstleistung?
  • Entwicklungsstand Deines Produktes/Deiner Leistung?
  • Welche Voraussetzungen müssen bis zum Start noch erfüllt werden?
  • Wann kann das Produkt vermarktet werden?
  • Welche gesetzlichen Formalitäten (z.B. Zulassungen, Genehmigungen) sind zu erledigen?

Gründerteam

Für viele Investoren vielleicht sogar noch wichtiger als die eigentliche Geschäftsidee ist das Gründerteam. Wenn die Investoren sehen, dass sie es mit sehr guten Unternehmerpersönlichkeiten zu tun haben und sie volles Vertrauen in Dich und Dein Team stecken können, dann rückt die eigentliche Idee ein bisschen aus dem Fokus. Denn ein guter Unternehmer kommt mit allen Hindernissen zurecht. Er gibt nicht auf und geht Probleme aktiv an und versucht Alternativen zu entwickeln.

So ist es nicht verwunderlich, dass viele Investoren sich sogar direkt nach der Executive Summary erstmal das Kapitel zum Gründerteam und Management durchlesen. Sie wollen sehen, dass im Team das eventuell benötigte technische oder branchenspezifische Know-How sowie das unternehmerische und betriebswirtschaftliche Verständnis vorhanden ist. Außerdem wollen Investoren sehen, ob bei den Gründern wirklich die Leidenschaft und der unbedingte Wille vorhanden ist ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen und mit viel harter Arbeit aufzubauen.

Viele Gründer vernachlässigen dabei aber oft beim Erstellen des Businessplans dieses Kapitel. Das soll Dir nicht passieren!

Ich investiere in Menschen, nicht in Ideen

Eugene Kleiner – Venture Capitalist

Plane für dieses Kapitel ca. drei DIN A4 Seiten in Deinem Businessplan ein. Zeige auf wie sich das Team zusammen setzt und ob ihr vielleicht schonmal in früheren Projekten erfolgreich zusammen gearbeitet habt. Hebe alle Qualifikationen Deines Teams hervor, die genau für dieses Vorhaben wichtig sind und warum Ihr genau das richtige Team für die Realisierung dieser Geschäftsidee seit.

Widme jedem Gründungsmitglied ein eigenes Unterkapitel, in dem Du genau aufzeigst, welche Erfahrungen und Skills die jeweilige Person besitzt und welche Aufgaben er im Unternehmen einnehmen wird. Wenn Du Bilder der Gründer einbindest, dann achte darauf, dass diese professionell gemacht sind.

Zeig dem Investor, dass ihr eine klar durchdachte Team- und Unternehmensstruktur habt, wo jeder seinen Verantwortungsbereich besitzt. Sei aber auch ehrlich und schreibe offen von Kompetenzen die eurem Gründungsteam fehlen. Das zeigt, dass Du Dir genaue Gedanken gemacht hast. Schreibe nieder wie Du gedenkst diese Kompetenzlücken zu schließen.

Eigenschaften guter GründerteamsDas ist Investoren wichtig
  • Gemeinsame Vision – Alle arbeiten am gleichen Ziel
  • Komplementäre Eigenschaften und Stärken – Das Team vervollständigt sich perfekt
  • zwei bis maximal fünf Gründer
  • zusammen durch dick und dünn, auch wenn es schwierig wird
  • geben bei Rückschlägen nicht auf, sondern setzen sich zusammen, arbeiten an den Problemen und nehmen die Hürde beim zweiten oder dritten Anlauf
  • Hat das Team bereits zusammengearbeitet?
  • Haben die Mitglieder relevante Erfahrung?
  • Kennen die Gründer ihre Schwächen und sind sie bereit, diese Lücken zu füllen?
  • Haben sich die Gründer auf ihre zukünftigen Rollen geeinigt, sind die Eigentumsverhältnisse geklärt?
  • Stehen die einzelnen Mitglieder voll hinter dem Vorhaben?
  • Steht bei sehr jungen Teams noch ein älteres Mitglied mit Geschäfts- und Berufserfahrung im Management?
  • Optimismus und Selbstvertrauen der Gründer
Leitfragen Gründerteam
  • Wer sind die Mitglieder Deines Unternehmerteams und was zeichnet Euch aus: Ausbildung, Arbeitserfahrung, Vorkenntnisse, Erfolge, berufliche Qualifikation, Ruf in der Geschäftswelt?
  • Wie ergänzen sich diese Fähigkeiten in Bezug auf die Führung des Unternehmens?
  • Welche Erfahrungen und Fähigkeiten fehlen dem Team?
  • Wie und durch wen wird das Team ergänzt?
  • Welche Ziele verfolgen die Teammitglieder mit der Unternehmensgründung?
  • Haben die Mitglieder schon zusammengearbeitet?

Markt und Wettbewerb

Nach der Geschäftsidee und dem Gründerteam interessiert den potentiellen Investor, ob überhaupt ein Markt für die Idee vorhanden ist und wenn ja wie die aktuelle Wettbewerbssituation aussieht. Dabei solltest Du das Kapitel unterteilen in eine Marktanalyse und eine Wettbewerbsanalyse.

Kennst Du Deinen Markt? Hast Du eine Übersicht über alle Wettbewerber? Hast Du alle relevanten Zahlen recherchiert und analysiert? Nichts ist peinlicher als falsche Angaben zu Marktgröße oder nicht bekannte Wettbewerber, die der potentielle Investor durch eine kurze Internetrecherche sofort herausgefunden hat. Auch hier würde Dein Businessplan wohl schnell im (digitalen) Papierschredder landen, sollten Dir solche Fehler unterlaufen. Also lass Dir für Recherchen, Statistiken und Analysen Zeit und beweise auch Dir selbst, dass Du im Laufe der letzten Zeit den Markt für Deine Geschäftsidee genau kennen gelernt hast.

Wie bei allen Angaben im Businessplan ist es natürlich gerade bei Statistiken wichtig, die genauen Quellen anzugeben, um Deine Ausführungen zu untermauern. Durch klug gewählte Grafiken, Tabellen, Diagramme und anderen Bildern ist es möglich den trockenen Text etwas lebendiger zu machen und erleichtert das Lesen eines 30-60-seitigen Businessplans inklusive Finanzteil ungemein.

Marktanalyse

In der Marktanalyse musst Du zuerst einmal den Gesamtmarkt skizzieren. Wie groß ist der übergeordnete Markt?

Stelle danach alle Marktsegmente dar. In welchen Segmenten bist Du aktiv? Welche sind dabei für Dich unrelevant und verkleinern somit Deine reale Marktgröße? Wie groß ist jetzt Deine reale Marktgröße?

So ist der Gesamtmarkt für T-Shirts weltweit unendlich groß. Wenn Du aber T-Shirts mit Katzenmotiven mit deutschen Sprüchen ausschließlich über einen eigenen Online-Shop vertreiben möchtest, dann bewegst Du Dich in einem Marktsegment, viele andere Segmente fallen weg und die für Dich relevante Marktgröße ist wesentlich kleiner.

Kannst Du die Marktgröße in konkreten Zahlen ausdrücken? Gibt es Statistiken, die Deine Zahlen untermauern? Oder sind das nur selbst ausgedachte Annahmen? Oft gibt es nicht immer fundiertes Zahlenmaterial. Gerade in Nischen ist es schwierig offizielle Studien oder Auswertungen zu finden. Hier kannst Du natürlich mit Annahmen arbeiten. Diese müssen aber wiederum so realistisch und plausibel wie möglich sein.

Du kannst öffentliche Statistikportale durchforsten, Studien von Branchenverbänden raussuchen, Zeitungsartikel über die Branche und Kennzahlen zu Firmen in ähnlichen Martksegmenten recherchieren und – ganz wichtig – Verbände direkt kontaktieren und einfach nachfragen. Eine interessante Kennzahl ist auch das Volumen relevanter Suchanfragen bei Google, wobei dies natürlich nur das Interesse am Thema in Suchmaschinen angibt – dennoch ein nützlicher Indikator.

In unserem Businessplan und der Kalkulation des Gesamtmarktes an Sprachreisen standen wir vor einem ähnlichen Problem.

Die Marktgröße für Deutschland war uns durch eine öffentliche Marktstudie bekannt. Jedoch konnten wir keine offiziellen Zahlen für den österreichischen und schweizer Markt finden. So haben wir als Annahme getroffen, dass wegen regionaler Nähe und Sprache die Österreicher und Schweizer im Bezug auf Sprachreisen genauso ticken wie die Deutschen. Wir haben die jeweiligen Einwohnerzahlen ermittelt. Bei der Schweiz nur den deutschsprachigen Teil betrachtet und dann das Verhältnis der deutschen Sprachreisenden für Österreich und die Schweiz hochgerechnet.

Die Schweizer haben wir wegen dem starken Franken aufgewertet. Bei sowas kommt es wirklich auf das Bauchgefühl an und ob sowas plausibel ist. Ein Faktor von 1,4 fanden wir dabei völlig nachvollziehbar. Ein Jahr später sollten wir erfahren, dass der wirkliche Faktor bei über 4 lag und Sprachreisen in der Schweiz einen viel höheren Stellenwert haben.

Das zeigt erneut: Ein Businessplan ist nur ein Plan. Er kann niemals real sein. Wie soll man auch 5 Jahre in die Zukunft sehen können? Auf dem Weg werden sich so viele unerwartete und uneinkulierbare Probleme und Herausforderungen ergeben. Trotzdem ist ein Businessplan ein sehr wichtiges Element und zeigt einem Investor trotzdem wie gut Du Dich mit der ganzen Thematik beschäftigt hast und wie gut Du Dich in der Branche auskennst.

Die Marktsegmentierung ist gleichzeitig eine Marktabgrenzung. Es zeigt auf, dass Du mit Deiner Idee nicht den Gesamtmarkt bedienst sondern nur einen speziellen Bereich. Eine Marktabgrenzung kann dabei in unterschiedlichen Kriterien geschehen. Klassische Abgrenzungen sind z.B.:

  • räumlich (nach Land, Region, Stadt, Sprache)
  • nach Kunde, Produkt oder Branche
  • nach Kaufentscheidungsprozessen (markentreu, preisbewusst)

Neben dem aktuellen Marktvolumen ist für einen Investor auch die Entwicklung in der Zukunft wichtig. Gibt es Erkenntnisse, wie sich der Markt in den nächsten Jahren entwickelt? Wird der Markt kleiner oder wächst er konstant an? Versuche ein zu erwartendes Marktwachstum in Prozent anzugeben.

Wettbewerbsanalyse

Kennst Du alle Deine Wettbewerber? Es gibt keine? Du bist natürlich der erste mit dieser Idee? In den meisten Fällen ist genau das eher ein negativer Aspekt als ein guter. Entweder hast Du nicht richtig recherchiert oder Deine Idee ist vielleicht doch nicht so gut. Die Wahrscheinlichkeit für eine Geschäftsidee mit Potential wirklich der aller erste im Markt zu sein, ist nämlich sehr sehr unwahrscheinlich – wenn auch nicht unmöglich. Viele Gründer denken immer es kommt schlecht an, wenn man schon einige Wettbewerber auflisten kann. Doch das stimmt nicht, denn Wettbewerb steht dafür dass wirklich ein Markt vorhanden ist und es tatsächlich Kunden gibt, die für Dein Produkt/Dienstleistung Geld ausgeben. Der Proof of Concept für das Geschäftsmodell wurde vom Wettbewerb bereits gezeigt. Das mindert das Risiko. Denn einen komplett neuen Markt aufzubauen ist wesentlich schwerer als sich auf einem bestehenden Markt mit einer neuen Ausrichtung anders zu positionieren als die Konkurrenz.

Existiert kein Wettbewerb, gibt es keinen Markt

Also analysiere genau den Wettbewerb, schreibe Dir alle Konkurrenten auf und analysiere sie genau bis ins Detail.

Konkurrenzanalyse

Wie hat sich der jeweilige Wettbewerber im Markt positioniert? Was macht er gut? Was macht er schlecht? Welche Absatz- und Marketingkanäle bedient er? Was sind seine USPs (Alleinstellungsmerkmale)? Nur so erkennst Du auch für Dich, ob Du überhaupt einen eigenen USP besitzt und kannst daraufhin Deine Ausrichtung am Markt gegebenenfalls korrigieren.

Für den Businessplan kannst Du die Konkurrenzanalyse gut in einer Diagramm-Matrix darstellen in dem Du die wichtigsten Kriterien des Produktes/Marktes für Deine Konkurrenten und Dich bewertest. Auch wenn es schwer fällt, sollte hier auf eine objektive Betrachtungsweise wert gelegt werden. Es kommt sehr unglaubwürdig, wenn Du überall die Note sehr gut erhältst und Deine Konkurrenten durchweg sehr schlecht bewertet werden.

Leitfragen Markt & Wettbewerb
  • Wie groß ist der Markt?
  • In welchen Marktsegmenten bist Du aktiv?
  • Wie ist das Marktwachstum?
  • Wer sind Deine Kunden?
  • Wo sind Deine Kunden?
  • Wer sind Deine Konkurrenten?
  • Was kosten Deine Produkte bei der Konkurrenz?
  • Welches sind die größten Stärken und Schwächen Deiner Konkurrenten?

Fortsetzung folgt …

Bald geht es mit den weiteren Kapiteln Marketing & Vertrieb, Chancen & Risiken, Finanzplan sowie Ziele & Vision weiter.

 

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