Das Buch Business Model Generation* von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur gehört zu den Kultbüchern in der Start-Up Szene. Deshalb habe ich es mir kürzlich bestellt, weil es genau in meine Situation passt. Denn gerade jetzt beschäftige ich mich mit verschiedenen Geschäftsmodellen und Geschäftsideen, um als Sidepreneur durchzustarten. Ein guter Grund, um herauszufinden, ob das Buch hält, was es verspricht.

Business Model Generation

Business Model Generation beschreibt sich selbst als das Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer. Der Tenor ist, dass es ein einfaches Tool gibt, mit dem sich Geschäftsmodelle entwickeln und hinterfragen lassen. Dieses Tool zur Modellierung von Geschäftsmodellen nennt sich Business Model Canvas. Darauf aufbauend kann man Geschäftsmodelle mit wenig Mühe einfach und visuell verständlich herleiten und verbessern.

Das Buch geht vom Designstandpunkt aus. Um ein gutes und starkes Geschäftsmodell zu finden, braucht man viel Zeit und verwirft erste Entwürfe immer wieder. Dabei steht das visuelle Denken im Vordergrund. Alleine oder in Gruppen werden Zusammenhänge visuell in Form von Zeichnungen, Diagrammen und Schaubildern auf White Boards, auf Post-Its oder am Computer erstellt. Das Vorgehen ist ähnlich wie der eines Designers, beginnend mit ersten Konzeptentwürfen, die immer wieder hinterfragt werden. Der visuelle Ansatz erleichtert den Kreativprozess und hilft, ein Geschäftsmodell aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Business Model Generation wurde dabei selbst auf unkonventionelle Weise geschrieben. 470 Autoren aus 45 Ländern haben das Buch gemeinsam geschrieben und produziert. So ist in dem Buch das geballte Know-how von mehreren hundert hocherfolgreichen Personen aus der ganzen Welt vorhanden.

Das Universalwerkzeug: Business Model Canvas

Die Business Model Canvas ist das Universalwerkzeug zur Beschreibung von Geschäftsmodellen. Es ist eine einfache Zeichnung, die das Geschäftsmodell in 9 Bestandteile unterteilt. Mit Hilfe der Bestandteile Schlüsselpartner, Schlüsselaktivitäten, Schlüsselressourcen, Wertangebote, Kundenbeziehungen, Kanäle, Kundensegmente, Kostenstruktur und Einnahmequellen werden alle wichtigen Aspekte eines Geschäfts beschrieben.

Anhand vieler Beispiele von bestehenden Unternehmen wird anschaulich gezeigt, dass diese Vorlage für alle möglichen unterschiedlichen Unternehmen passend ist. Von Amazon über die Nintendo Wii bis zu Nespresso oder einer Standort-App werden diverse Szenarien durchgespielt.

Die Canvas wird genutzt, um verschiedene Muster visuell zu beschreiben, auf sich eine Reihe von Geschäftsmodellen stützen und die man immer wieder antrifft. Zwei Beispiele sind das Freemium Modell, ein anderes sind Multi-sided Platforms. Beim Freemium Modell geht es darum, eine große Reichweite mit einem kostenlosen Angebot zu erreichen und die Einnahmen über kostenpflichtige Zusatzangebote zu erzielen. Bei Multi-sides Platforms geht es dagegen darum, mehrere Kundengruppen zusammenzubringen, wie es Ebay macht.

Durch die Unterteilung in die verschiedenen Muster erhält der Leser einen sehr klaren Überblick und sieht, wie leicht es ist, die Canvas als universelles Tool einzusetzen.

Storytelling & Auswertung eines Geschäftsmodells

Ist ein Geschäftsmodell erstmal gefunden, geht ein weiteres Kapitel darauf ein, wie man andere mit ins Boot holt und das Geschäftsmodell nach außen hin verkauft. Dabei wird erklärt, wie man ein Geschäftsmodell als eine Geschichte aus unterschiedlichen Perspektive erzählen kann. Es werden verschiedene Techniken vorgestellt und verglichen, was in welchen Situationen am besten ist. Das ist vor allem für alle, die Investoren suchen und Tipps für den Pitch brauchen, eine gute Hilfe!

Das Tolle an dem Buch ist, dass neben den nützlichen Inhalten, viel visuell beschrieben wird. Es gibt zu jedem Thema Grafiken und Zeichnungen, die das Gelesene verständlich machen. Außerdem runden immer wieder Zitate von erfolgreichen Persönlichkeiten ein Kapitel ab. Das macht Lust auf mehr und verhindert, dass die Themen zu trocken und zu fachlich behandelt werden.

Ein Buch, dass jeder Preneur gelesen haben sollte, der sich mit neuen Geschäftsideen beschäftigt. Ich kann Business Model Generation* uneingeschränkt empfehlen. Egal, ob es um eine innovative Start-Up Idee oder ein kleines Nebenbusiness „von der Stange“ geht, die Tipps zum Visualisieren von Geschäftsmodellen mit Hilfe der Business Model Canvas sind in vielen Fällen eine super Sache!

 

 
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Hi, ich bin Eric und einer der beiden Gründer von PRENEUR.DE. Mit PRENEUR.DE will ich dabei helfen, die eigene Gründerpersönlichkeit zu formen und dabei selber eine Menge lernen. Ich selbst bin derzeit als Interim Product Owner selbstständig. Wenn ihr mehr erfahren wollt, schaut unter Über uns nach oder bei ericsalbert.de vorbei.

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